„Spürte plötzlich starken Schmerz“ – Mysteriöse Stichattacken in französischen Nachtclubs — RT DE

Béziers, Grenoble, Nantes, Bourges … Überall in Frankreich häufen sich die Berichte über Opfer von Stichattacken in Nachtclubs. Die Analysen zeigen keine Spuren von Drogen oder anderen Substanzen – trotzdem klagen Betroffene über Schwindel, Schmerzen und Unwohlsein.

Dutzende junge Männer und Frauen in Frankreich behaupten, dass sie in Nachtclubs gestochen worden seien, und klagen über Schwindel, Schmerzen und Unwohlsein. In ganz Frankreich, von Rennes über Grenoble bis Béziers, wurden Untersuchungen eingeleitet. Die Behörden sind jedoch ratlos, da bislang keine Drogen oder andere Substanzen im Blut der Betroffenen nachgewiesen wurden. Es herrscht völlige Unklarheit.

Die Nachrichtenplattform Francetvinfo berichtet vom Fall der 20-jährigen Studentin Laly, die Opfer einer Attacke wurde. Die Studentin hatte zunächst starke Schmerzen in ihrem Arm, anschließend folgten Kopfschmerzen, bevor sie bemerkte, dass sie in einem Nachtclub in Nantes gestochen worden war. Sie erstattete daraufhin Anzeige. „Ich war im Raucherraum, als es passierte“, so Laly. Sie habe plötzlich einen heftigen Schmerz im Arm gefühlt, gefolgt von starken Kopfschmerzen. Sie habe in dem Moment nicht verstanden, was los gewesen sei, und zunächst geglaubt, dass es entweder der Alkohol, die Party oder der Abend gewesen sei. Doch am nächsten Tag habe sie einen großen roten Punkt auf ihrem Arm mit einem Hämatom entdeckt.

Erst Tage später habe sie einen Zusammenhang zwischen der Einstichstelle und ihrem Unwohlsein hergestellt und sei dann in die Notaufnahme gegangen. Gegenüber Francetvinfo sagte Laly:

„Das hat mich sehr erschreckt, ich war ein bisschen in Panik. Ich dachte: ‚Mist, das passiert wirklich, das ist echt.'“

Im Krankenhaus habe sie einen Bluttest machen lassen, um zu sehen, ob sie HIV oder Hepatitis habe. Sie habe auch eine Anzeige erstattet. In der Klinik habe man ihr mitgeteilt, dass es zu spät sei, um in ihrem Blut zum Beispiel die Droge „Liquid Ecstasy“ (GHB) nachzuweisen, auch bekannt als „Vergewaltigungsdroge“.

In Nantes wurden in wenigen Wochen 47 Ermittlungen wegen Verabreichung schädlicher Substanzen in 18 aufgelisteten Einrichtungen, Nachtclubs, Bars, Konzertsälen und sogar Theatern eingeleitet. 40 Opfer sind Frauen, sehr jung zwischen 18 und 24 Jahren. Betroffen sind Bein, Arm, Rücken, Schulter mit sehr unterschiedlichen Symptomen, erklärte der Staatsanwalt von Nantes, Renaud Gaudeul, gegenüber Francetvinfo:

„Wir haben Personen, die über das Gefühl des Einstichs und über unmittelbare Symptome berichten. Aber diese Symptome selbst sind sehr unterschiedlich, so etwa Einschlafen, Erbrechen, Bewusstlosigkeit, vorübergehender Verlust des Gedächtnisses.“

Es gebe „fast so viele beschriebene Symptome wie Opfer“, so der Staatsanwalt. Die Stadt Nantes hat in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus innerhalb von sechs Stunden Proben entnommen, doch die neuesten toxikologischen Tests zeigen keine Spuren von GHB oder anderen schädlichen Substanzen. Es gibt auch keine dokumentierten Fälle von sexuellen Übergriffen oder Vergewaltigungen infolge der Spritzen. Für den Staatsanwalt von Nantes ist dies ein echtes Rätsel. Man habe keine Erklärung dafür, was genau dieses Phänomen sei, so Gaudeul. Und er ergänzte:

„Man kann sich tatsächlich vorstellen, dass es Personen gibt, die versuchen, Menschen mit giftigen Substanzen zu infizieren, aber man kann sich auch vorstellen, dass wir einige Personen haben, die eine gewisse Psychose erzeugen wollen. Es herrscht eindeutig Frustration darüber, dass es uns nicht gelungen ist, auch nur eine einzige Person festzunehmen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir irgendwann eine Person festnehmen werden, die für diese Taten angeklagt werden kann.“

Als Folge der Angriffe macht sich in Nantes Angst breit. Einige Diskotheken verzeichnen einen Rückgang der Besucherzahlen um 40 Prozent. Die Nachtclubs versuchen zu reagieren: Durchsuchungen am Eingang, Kamerakontrollen, die Polizei rückt systematisch aus, wenn sie auch nur den geringsten Hinweis erhält. Aber bis heute wurde absolut nichts gefunden, nicht eine einzige Spritze.

Guillaume, Türsteher und Co-Vorsitzender des Vereins Sécurité Nocturne Nantes, der für 900 Lokale, Bars und Diskotheken zuständig ist, sagte gegenüber Francetvinfo:

„Es gibt nichts, keine Nadeln, keine Funde, weder bei den Personen noch in den Mülleimern noch in den Lokalen […] Wir fragen uns wie alle anderen auch, was das ist. Sind das nicht ‚kleine Scherzkekse‘, die sich mit Reißzwecken oder Sicherheitsnadeln einen Spaß daraus machen, Leute zu stechen. Es wurden noch nie Nadeln gefunden, und doch gibt es Symptome. Das ist das Seltsame.“

Es stellt sich auch die Frage, ob es sich um eine toxische Substanz handeln könnte, die man nicht nachweisen kann. Der Suchtmediziner William Lowenstein, der Erfahrung mit derartigen Substanzen hat, sagte gegenüber der Nachrichtenplattform:

„Man kann nicht nach allem suchen. Es ist sehr teuer, nach der Hälfte oder drei Vierteln der üblichen Substanzen zu suchen. Und vor allem ist das Problem, dass man sechs Stunden später bereits Schwierigkeiten hat, das GHB zu finden. Die Symptome sind trotzdem intensiv, ungewöhnlich und entsprechen nicht den Symptomen, die die Leute normalerweise kennen […] Da ist wirklich etwas los. Es ist keine kollektive Psychose.“

Das Phänomen betreffe mittlerweile ganz Frankreich und nehme zu, so Francetvinfo weiter in dem Bericht. Jeden Tag ginge eine neue Beschwerde ein. Die OCLAESP, die französische Zentralstelle zur Bekämpfung von Angriffen auf die öffentliche Gesundheit, beobachte die Vorfälle mit großer Aufmerksamkeit. Das französische Innenministerium hatte am Mittwoch ein Video über die sozialen Netzwerke verbreitet, in dem es dazu rät, im Zweifelsfall Anzeige zu erstatten und so schnell wie möglich einen toxikologischen Befund erstellen zu lassen.

#Vigilance 💉 | En soirée et dans les lieux festifs, restez vigilants face au risque de piqûres sauvages. Si vous pensez en être victime, déposez plainte dans le commissariat ou la brigade de gendarmerie. pic.twitter.com/XDOYMGaNWF

— Ministère de l’Intérieur 🇫🇷🇪🇺 (@Interieur_Gouv) April 28, 2022

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