Katar will Verträge über 20 Jahre für Lieferung von Flüssiggas — RT DE

Ganz so kompliziert hatte sich das Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nicht vorgestellt: Die geplante Hauruck-Umstellung von russischem Erdgas auf katarisches Flüssiggas droht nicht nur deutlich teuer zu werden, auch die langen Vertragslaufzeiten torpedieren die „Klimaziele“ der Bundesregierung.

Die „Ampel“-Koalition in Berlin will Deutschland so schnell wie möglich von russischem Gas unabhängig machen, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Aber die Verhandlungen mit dem möglichen Vertragspartner aus Katar gestalten sich offenbar schwierig. Parallel wächst auch der Widerstand von Umweltschützern gegen den Bau der Terminals an der Küste zum Anlanden von verflüssigtem Erdgas (LNG) deutlich.

Bei den Gesprächen mit Offiziellen aus Katar gebe es Differenzen über die Laufzeiten der Verträge zur Lieferung von LNG, berichtet die Nachrichten­agentur Reuters. Diese Frage stehe in engem Zusammenhang mit den Klimazielen der Bundesregierung. Die Verantwortlichen des Emirats bestehen offenbar auf Abnahmegarantien für mindestens 20 Jahre.

Bis zum Jahr 2042 plant die Bunderegierung jedoch so gut wie klimaneutral zu wirtschaften, darunter fällt auch, der Ausstieg auch aus der Nutzung von Erdgas. Der bekannte Umwelt- und Klimaökonom Ottmar Edenhofer hatte kürzlich betont, dass Erdgas daher nur noch für eine Zeitspanne von zehn Jahren in Frage komme.

Ein weiterer umstrittener Punkt soll der Preis sein. Bei lange laufenden Energie­lieferverträgen wird festgelegt, was als Maßstab für die Berechnung herangezogen wird.

Reuters berichtet, dass Katar darauf bestehe, dass der Preis an den Markt für Rohöl gekoppelt werde. Die deutsche Seite wolle sich hingegen an der Benchmark für europäisches Erdgas (Dutch TTF) orientieren. Falls zukünftig der Bezugspreis für Öl in den nächsten Jahren fallen könnte, müsste vertraglich dennoch dass Gas abgenommen werden, das teurer ist als gleichwertiger Brennstoff, der auf dem europäischen Markt ist.

Weiterhin wollen die Katarer erreichen, dass das an Deutschland gelieferte Gas nicht an andere Länder weitergegeben werden darf, doch die EU-Kommission lehnt solche Regelungen ab.

Sollten die Verhandlungen scheitern, wäre das nicht nur ein schwerer Rückschlag für Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), sondern auch für die deutsche Industrie und die Portemonnaies der Verbraucher. Habeck reiste im März nach Katar, um die LNG-Deals in trockene Tücher zu bringen. Katar ist der weltgrößte LNG-Exporteur neben den USA und spielt deshalb eine entscheidende Rolle beim Ersetzten von russischem Erdgas.

Eine Sprecherin des Ministeriums sagte gegenüber dem RND mit Verweis auf die beteiligten Firmen wie RWE:

„Aktuell laufen die Verhandlungen und Gespräche auf der Ebene der Unternehmen. Dort wird gesprochen und verhandelt, denn in der jetzigen Phase geht es um die privaten Vertrags­verhandlungen.“

Es bleibt also weiterhin spannend, wie die Bundesregierung die „Zeitenwende“ auch bei der Energieversorgung realisieren will – und auch zu welchem Preis.

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