Weltgesundheitsorganisation: Massenimpfung gegen Affenpocken nicht notwendig

Eine Massenimpfung gegen Affenpocken sei nicht erforderlich, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 27. Mai mit. Bei einem Briefing in Genf sagte die Leiterin der Pockenabteilung der WHO Rosamund Lewis, dass nach den jüngsten Empfehlungen der Organisation nur Personen, die beruflich mit Viren zu tun haben – wie etwa Laborpersonal, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Ersthelfer –, einen zusätzlichen Schutz benötigen könnten. Man nimmt außerdem an, dass die vorhandenen Pockenschutzmaßnahmen, einschließlich der Impfstoffe, auch gegen Affenpocken wirksam seien.

„Bisher haben wir darauf hingewiesen, dass keine Massenimpfungen und keine groß angelegten Impfkampagnen erforderlich sind“, so Lewis. Da die Krankheit jedoch in erster Linie durch engen körperlichen Kontakt übertragen wird, „bleiben Kontaktverfolgung, Untersuchung und Isolierung bis auf Weiteres die wichtigsten Bekämpfungsmethoden“, erklärte sie weiter.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sei der erste Fall von Affenpocken in Deutschland im Mai gemeldet worden. „Mit Stand 27.05.2022 sind 16 Affenpockenfälle aus 6 Bundesländern ans RKI übermittelt worden“, heißt es auf der Website des Instituts.

Wie dpa am 27. Mai mitteilte, erwartet der Epidemiologe Gérard Krause in Deutschland keine Affenpocken-Impfung für die breite Bevölkerung. „Die Impfung wird hier, soweit derzeit absehbar, immer nur eine Einzelfallentscheidung sein“, zitiert die Nachrichtenagentur den Leiter der Epidemiologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). „Das ist sicherlich keine Sache, die sozusagen generell von der STIKO empfohlen und dann in der Breite angeboten werden wird.“

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