Chinesische Kampfflugzeuge erneut in Luftverteidigungszone eingedrungen — RT DE

China soll Berichten zufolge erneut Kampfflugzeuge in Taiwans Luftverteidigungszone entsandt haben. Diese seien laut taiwanesischen Behörden abgefangen worden. Taipeh soll angeblich sogar sein Raketenabwehrsystem einsatzbereit gemacht haben.

Taiwans Luftwaffe will rund 30 chinesische Militärflugzeuge abgefangen haben, die in die Luftverteidigungszone der Insel eingedrungen seien. Das verkündeten taiwanesische Behörden am Montag. Nach Angaben des taiwanesischen Verteidigungsministeriums handelte es sich bei 22 dieser Flugzeuge um Kampfjets, bei den übrigen um Flugzeuge für die U-Boot-Abwehr und elektronische Kriegsführung sowie Frühwarnsysteme.

Die chinesische Luftwaffenstaffel näherte sich der von Taiwan kontrollierten Insel Pratas im nördlichen Teil des Südchinesischen Meeres. Obwohl die Insel und die sie umgebenden Gewässer rund 450 Kilometer von Taiwan entfernt sind, gehören sie zur sogenannten Luftverteidigungsidentifikationszone (ADIZ) des Landes. Bei ADIZ handelt es sich jedoch nicht um dem eigentlichen Luftraum Taiwans.

Taipeh schickte nicht nur seine Kampfjets in das Gebiet, sondern aktivierte nach eigenen Angaben auch sein Raketenabwehrsystem, das die ankommenden Flugzeuge überwachte. Taiwanesische Militärs erklärten, dies sei der größte Vorfall dieser Art seit dem 23. Januar gewesen, als 39 chinesische Flugzeuge in die ADIZ eingedrungen waren. Peking hat sich zu dem jüngsten Vorfall noch nicht geäußert. In der Vergangenheit hat die chinesische Regierung ähnliche Vorfälle als Übungen bezeichnet, die dem Schutz der Souveränität des Landes dienten.

Taiwan, das von China als Teil seines Territoriums betrachtet wird, verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren zunehmend Übergriffe durch Pekings Luftwaffe und Marine. Taipeh bezeichnet solche Aktionen als „Grauzonen-Kriegsführung“, die offenbar darauf abziele, das Militär der Insel zu zermürben und ihre Verteidigungsfähigkeit zu testen.

Vergangene Woche gab China bekannt, dass sein Militär Übungen nahe Taiwan durchgeführt habe. Peking bezeichnete die Manöver als „feierliche Warnung“ an Taipeh vor einer „Kungelei“ mit den USA. Die Erklärung erfolgte, kurz nachdem US-Präsident Joe Biden vergangene Woche in Tokio offen angedeutet hatte, dass Washington im Falle eines Angriffes durch China sein Militär zur Verteidigung der selbstverwalteten Insel entsenden würde.

Dies wäre jedoch einen Bruch mit der langjährigen US-amerikanischen Politik der „strategischen Vieldeutigkeit“. Hochrangige US-Vertreter, darunter Biden selbst und US-Außenminister Antony Blinken, relativierten jedoch später die umstrittene Bemerkung und betonten, Washington sei nicht von seiner bisherigen Position abgewichen, die unter anderem die Einhaltung des sogenannten Ein-China-Prinzips vorsieht.

Taiwan ist ein selbstverwaltetes Gebiet, das seit dem Jahr 1949 einer eigenen De-facto-Regierung untersteht, nachdem die im chinesischen Bürgerkrieg unterlegenen Mitglieder der Kuomintang auf die Insel flohen und dort eine eigene Verwaltung einrichteten. Peking betrachtet die taiwanesischen Behörden als Separatisten und besteht darauf, dass die Insel ein unveräußerlicher Teil Chinas ist.

In den vergangenen Jahren haben hochrangige chinesische Beamte, darunter Präsident Xi Jinping, offen erklärt, dass Peking den Einsatz von Gewalt nicht ausschließen würde, um eine „Wiedervereinigung“ Taiwans mit dem Festland zu gewährleisten. Die Behörden in Taipeh haben in ähnlicher Weise gewarnt, dass sie die Insel im Falle einer chinesischen Invasion mit allen Mitteln verteidigen würden. Aufgrund des Ein-China-Prinzips erkennt die große Mehrheit der Länder die Unabhängigkeit Taiwans nicht offiziell an.

Dennoch genießt Taiwan seit Jahren umfangreiche diplomatische und militärische Unterstützung durch die USA, die inoffizielle Beziehungen zur Insel unterhalten. In jüngster Zeit haben hochrangige Persönlichkeiten in Washington und Taipeh mehrere Erklärungen abgegeben, die darauf hindeuten, dass die beiden Länder eine Vertiefung ihrer Beziehungen planen.

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