EU peilt Algerien als Ersatzgaslieferant an – Wissenschaftler warnen vor Klimafolgen — RT DE

Das algerische Gasfeld Hassi R’Mel wird in Brüssel als potenzieller Ersatz für russische Gaslieferungen nach dem angestrebten EU-Embargo angesehen. Wegen erheblicher Methan-Emissionen an der Anlage zeigen sich Forscher bei der Idee jedoch weniger optimistisch.

Die Ergebnisse einer wissenschaftlicher Studie stellen die Pläne der EU infrage, das Erdgasfeld Hassi R’Mel in der algerischen Provinz Laghouat nach dem Verzicht auf russisches Gas als Hauptlieferanten des blauen Brennstoffes zu nutzen. Demnach ergab eine Analyse von Satellitendaten, die die Wissenschaftler der Polytechnischen Universität Valencia vorgenommen hatten, dass bei einer Kompressorstation auf dem Gasfeld in Algerien seit fast vier Jahrzehnten große Mengen Methan, ein starkes Treibhausgas, austreten, wie die Zeitung Bloomberg am Dienstag berichtete.

Während die Gesamtmenge der von der Anlage ausstoßenden Emissionen schwer zu schätzen ist, gehen die Forscher davon aus, dass sie stündlich etwa 4,5 Tonnen Methan in die Atmosphäre abgibt. Anderen Schätzungen des Geoanalyseunternehmens Kayrros SAS zufolge stiegen die Emissionen des gesamten Hassi-R’Mel-Komplexes im vergangenen Jahr um unglaubliche 67 Prozent auf 939.000 Tonnen Methan an, das kurzfristig die 84-fache Erwärmungskraft von CO₂ hat. Experten behaupten, dass eine solche Menge die gleiche Umweltbelastung verursacht wie 17 Millionen Autos.

Algerien liefert derzeit etwa acht Prozent des gesamten EU-Gases. Die Mengen könnten jedoch noch steigen, wenn die EU ihren Plan verwirklicht, auf russische Lieferungen zu verzichten. Vergangene Woche hatte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekräftigt, dass es das langfristige Ziel der EU sei, „sich von der gesamten Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu befreien, und zwar von allen drei [Gas, Öl und Kohle], und nie wieder zurückzukehren“.

Aufgrund hoher Emissionswerte, die mit den von der EU verfolgten Klimazielen unvereinbar sind, sind die Perspektiven der Hassi-R’Mel-Anlage als möglichen Ersatzlieferanten jedoch ungewiss. Wissenschaftler wissen seit Langem, dass das algerische Gasfeld ein Methan-Hotspot ist, dennoch wird durch die neue Analyse laut Bloomberg noch mehr Druck auf die europäischen Gesetzgeber ausgeübt, die Schadstoffkontrollen in dem nordafrikanischen Land zu verschärfen.

Allerdings könnte es in der gegenwärtigen Situation schwierig sein, die Behörden des Landes zum Handeln zu bewegen, sagte Antoine Vagneur-Jones von der Forschungsgruppe für saubere Energie BloombergNEF. Er sah aufgrund des Vorstoßes Brüssels, die Energiebeziehungen zu Moskau zu kappen, die Gefahr, dass Algerien bessere Karten haben werde.

Indessen bezweifelte die staatliche algerische Öl- und Gasgesellschaft Sonatrach, die das Hassi-R’Mel-Feld betreibt, die Ergebnisse der Studie und verwies dabei auf ihre eigenen Emissionsschätzungen, die „viel niedriger“ seien.

Vergangenen November hatten sich mehr als 100 Staaten beim UN-Klimagipfel in Glasgow einer Initiative der EU und der USA angeschlossen, die Methanemissionen bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren. Algerien stand allerdings nicht auf dieser Liste.

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