Pussy Riot-Mitglied in Kroatien festgenommen – Ihr droht Auslieferung nach Turkmenistan

Die kroatische Polizei hat das Pussy-Riot-Mitglied Aisoltan Nijasowa aufgrund eines Ersuchens aus Turkmenistan an Interpol festgenommen. Dieses wurde im Jahr 2002 eingereicht. Nijasowa stammt aus Turkmenistan. Es wird nun erwartet, dass ein kroatisches Gericht über die mögliche Auslieferung Nijasowas entscheidet.

In ihrem Heimatland wird der Femen-Aktivistin vorgeworfen, 40 Millionen US-Dollar von der Zentralbank der asiatischen Republik gestohlen zu haben. Nach der Einleitung des Verfahrens gegen sie floh Nijasowa mit ihrem Sohn in die Schweiz. Nachdem sie 2011 nach Moskau ausgeliefert worden war, verbüßte die Frau für das genannte Vergehen fünf Jahre in Russland. In dem russischen Gefängnis lernte die Turkmenin Mitglieder von Pussy Riot kennen. Nach ihrer Entlassung kehrte sie in die Schweiz zurück und beteiligte sich aktiv an den Aktivitäten der Gruppe.

Nijasowa behauptete, der Fall sei politisch motiviert. Ihr Vater war ein Oppositionsaktivist in Turkmenistan und starb im Gefängnis. Aisoltan Nijasowa war letzte Woche in Slowenien festgenommen worden, wurde aber nach zehn Stunden wieder freigelassen, wobei ein „Systemfehler“ angegeben wurde.

Olga Borisowa, ein Mitglied der Protestgruppe, schrieb bereits am 31. Mai auf Facebook, dass Nijasowa festgenommen worden sei, als die Gruppe aus dem benachbarten Slowenien nach Kroatien eingereist ist. Sie war mit der Punk-Band auf einer Europa-Tournee unterwegs.

Pussy Riot ist ein russischstämmiges Künstler-Kollektiv, das für seine skandalumwitterte Performance bekannt ist. Am 21. Februar 2012 waren fünf Mitglieder der Punkband Pussy Riot in die Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale gegangen und hatten Geistliche und Gottesdienstbesucher beschimpft. Am 17. August desselben Jahres hatte das Chamownitscheski-Gericht in Moskau drei Mitglieder von Pussy Riot wegen mutwilliger Ausschreitung zu zwei Jahren Haft verurteilt.

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