NYT-Bericht: Israel steckt hinter Giftanschlägen auf zwei iranische Wissenschaftler

Zwei iranische Wissenschaftler, die Anfang dieses Monats plötzlich gestorben sind, sollen vom israelischen Geheimdienst vergiftet worden sein. Dies erklärte ein iranischer Beamter in einem am Montag veröffentlichten Bericht der New York Times. Die Meldung erfolgte wenige Tage, nachdem zwei Luft- und Raumfahrtexperten der Iranischen Revolutionsgarde unter mysteriösen Umständen bei Einsätzen ums Leben gekommen waren: Ali Kamani, Mitglied der Luft- und Raumfahrtabteilung der Iranischen Revolutionsgarde, sei bei einer Mission in der Stadt Chomein im Zentrum des Landes ums Leben gekommen. Bei einem separaten Vorfall in der nordiranischen Provinz Semnan sei zudem der 33-jährige Luftfahrtexperte Mohammad Abdus gestorben.

Ajjub Entesari war ein Luftfahrtingenieur, der in einem Militärforschungszentrum angestellt war. Bei Kamran Aghamolaei handelte es sich um einen Geologen, der in der iranischen Atomanlage Natanz gearbeitet haben soll. Beide Männer erkrankten Ende Mai unter bizarren Umständen, ihr Zustand verschlechterte sich vor ihrem Tod im Juni zusehends. Iran machte inzwischen Israel für die Ermordung verantwortlich. Den beiden Wissenschaftlern sei Gift ins Essen beigemischt worden, sagten ein nicht namentlich genannter iranischer Beamter und zwei weitere Personen mit Verbindungen zur Regierung in Teheran gegenüber der NYT. 

Wenn, wie Iran vermutet, es sich bei diesen mysteriösen Todesfällen um eine gezielte Ermordung handelte, würden diese Vorfälle in das Muster eines Schattenkrieges zwischen Iran und Israel passen, in dem sich beide längst befinden. Der Schattenkrieg zwischen den beiden Ländern scheint sich zu intensivieren. Allein in den letzten zwei Wochen hat Iran eine Reihe von Todesfällen erschüttert, die mit Israel in Verbindung gebracht werden. Israel scheint seine Ziele von hochrangigen Persönlichkeiten, die mit dem Atomprogramm in Verbindung stehen, auf Militärpersonal und Wissenschaftler auf niedrigerer Ebene ausgeweitet zu haben. Ende Mai wurde Oberst Sajjad Chodai, ein ranghohes Mitglied der Quds-Einheit der Revolutionsgarde, vor seinem Haus kaltblütig ermordet. Zwei Motorradfahrer griffen ihn auf offener Straße an und töteten den Mann mit fünf Schüssen. 

Derweil drängt Israel die eigenen Bürger dazu, Istanbul in der Türkei zu meiden oder die Stadt zu verlassen, falls man sich dort bereits aufhält. Hintergrund sei die Bedrohungslage durch Iran. Teheran könne versuchen, Israelis „zu töten oder zu entführen“, warnt der israelische Außenminister Jair Lapid.

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