Großbritannien: Anhebung des Renteneintrittsalters stürzte 100.000 Menschen in Armut

Laut einer Studie des Institute for Fiscal Studies (IFS) und des Center for Ageing Better hat die Erhöhung des Renteneintrittsalters in Großbritannien 100.000 Menschen in die Armut gestürzt. Die Initiatoren der Studie üben nun Druck auf die Regierung aus, um das soziale Sicherheitsnetz für die am stärksten betroffenen zu erweitern.

Die Studie zeigt, dass Menschen mit einem niedrigeren Bildungsniveau und Bewohner von Mietwohnungen am ehesten unter den großen Einbußen beim Lebensstandard zu leiden haben. Die Studienergebnisse verstärken die allgemeine Besorgnis über den Druck der Lebenshaltungskosten auf die Haushaltseinkommen.

Emily Andrews, stellvertretende Direktorin des Center for Ageing Better, sagte:

„Diese Statistiken sind schockierend und zeigen, dass innerhalb von zwei Jahren die Zahl der 65-Jährigen, die in absoluter Armut leben, von jedem Zehnten vor Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf fast jeden Vierten gestiegen ist.“

Großbritannien hat sein staatliches Rentenalter zwischen Ende 2018 und Ende 2020 von 65 auf 66 Jahre angehoben. Das bedeutete, dass etwa 700.000 Menschen, die kurz vor dem Bezug von Leistungen standen, auf ein Einkommen von etwa 142 Pfund (174 Dollar) pro Woche verzichten mussten.

Etwa neun Prozent dieser Menschen, d.h. 60.000, entschieden sich, länger in ihrem Beruf zu bleiben. Die Regierung sparte durch die Änderung etwa 4,9 Milliarden Pfund pro Jahr dank höherer Steuereinnahmen und geringerer Leistungsauszahlungen. Dies entspreche etwa fünf Prozent der jährlichen Staatsausgaben für Renten, so das IFS.

„Die Anhebung des Rentenalters ist eine kohärente Reaktion der Regierung auf die steigende Lebenserwartung“, sagte Laurence O’Brien, Forschungsökonom beim IFS. „Aber es schwächt die Haushaltsbudgets.“

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