Medienbericht: US-Ölreserven gehen zur Neige

Washington habe im vergangenen Jahr aktiv aus seiner strategischen Erdölreserve (SPR) verkauft, um einen weiteren Anstieg der Energiepreise zu verhindern, berichtete die US-amerikanische Newsplattform Bloomberg am Freitag. Doch, so Bloomberg, die Regierung könne die Reserven nicht ewig ausschöpfen.

Dem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr fast 115 Millionen Barrel auf den Markt gebracht. Diese Verkäufe sind seit Mitte Mai auf ein Rekordhoch von fast einer Million Barrel pro Tag angestiegen. Beim derzeitigen Tempo verkaufen die Vereinigten Staaten mehr Barrel aus ihrer Reserve als die Produktion der meisten mittelgroßen OPEC-Länder wie Algerien oder Angola.

Die SPR-Reserve enthält zwei Arten von Rohöl: mittel-saures Rohöl, das von Russland, den meisten Ländern des Nahen Ostens und Venezuela gefördert wird, und leicht-saures Rohöl. Eine von Bloomberg durchgeführte Analyse offizieller Daten ergab, dass 85 Prozent des im letzten Jahr aus dem SPR verkauften Öls mittel-sauer war. Diese Verkäufe haben die Menge an Rohöl in der Reserve „dramatisch“ reduziert.

Wenn Washington sein derzeitiges Tempo beibehalte, würden die Reserven bis Ende Oktober auf ein 40-Jahres-Tief von 358 Millionen Barrel schrumpfen. Vor einem Jahr enthielt der SPR, der sich in vier Kavernen in Texas und Louisiana befindet, Berichten zufolge noch 621 Millionen Barrel.

Weiter heißt es in dem Bericht:

„So wie der Ölmarkt heute aussieht, ist es schwer vorstellbar, dass Washington die Verkäufe im Oktober stoppen kann. Ein Wegfall dieses zusätzlichen Angebots würde bedeuten, dass die kommerziellen Vorräte schnell erschöpft sind, was die Ölpreise nach oben drücken würde.“

Nach Schätzungen von OilX, die von Bloomberg zitiert werden, wird der SPR Ende Oktober nur noch 179 Millionen Barrel mittelschweres Rohöl enthalten. Das bedeutet, dass die USA im Zeitraum von Juni 2021 bis Oktober 2022 wahrscheinlich 180 bis 190 Millionen Barrel mittelschweres Rohöl aus ihren Reserven verkauft haben werden.

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