Streit um die Malvinas / Falklandinseln: London erklärt Inseln im Südatlantik zum Naturschutzgebiet

Das argentinische Außenministerium hat am Dienstag die Entscheidung Londons, das britische Überseegebiet Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln zu „besonderen Schutzterritorien“ zu erklären, als einseitig zurückgewiesen. In der entsprechenden Stellungnahme vom 5. Juli hieß es:

„Die argentinische Regierung lehnt alle und jede einzelne Bestimmung in der erwähnten Ankündigung sowie die Ansprüche des Vereinigten Königreichs, eigene Regeln auf die argentinischen Territorien und Seegebiete, darunter die Malwinen, Südgeorgien, die Südlichen Sandwichinseln und die umliegenden Seegebiete zu erstrecken, kategorisch ab.“

Das Außenministerium in Buenos Aires bezeichnete die Entscheidung Londons als einseitig und illegal. Sie sei mit den Verfügungen der UN-Generalversammlung inkompatibel, die die beiden Staaten dazu aufrufe, auf einseitige Schritte in Bezug auf die Inseln zu verzichten.   

Die britische Regierung hatte im Juni 2021 ihr Vorhaben angekündigt, den Zugang zu diesen Inseln im Südatlantik zu untersagen, um das dortige Ökosystem sowohl auf dem Boden als auch im Wasser zu schützen. Die Entscheidung trat jedoch erst am Dienstag in Kraft.

Die Rhetorik um die umstrittenen Inseln verschärfte sich vor dem Hintergrund des 40. Jahrestags des Falklandkrieges, der am 2. April 1982 ausgebrochen war. Die im Jahr 1967 in Argentinien an die Macht gekommene Militärdiktatur geriet angesichts der Vorwürfe wegen massiver Menschenrechtsverletzungen allmählich ins Wanken und beschloss, die seit dem Jahr 1833 unter Großbritanniens Kontrolle befindliche Inselgruppe zurückzuerobern. Der Krieg dauerte bis zum 20. Juni desselben Jahres und kostete 649 Argentiniern und 255 Briten das Leben. Die Inseln blieben aber im Besitz Großbritanniens.

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