Indonesische Finanzministerin: Preisgrenze für russisches Öl wird Energiekrise nicht lösen

Die von den USA vorgeschlagene Begrenzung des Preises für russisches Öl könnte die globale Energiekrise weiter verschärfen, da sie nicht zur Lösung der weltweiten Versorgungsprobleme beitragen würde. Darauf wies die indonesische Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati am Freitag gegenüber CNBC hin.

Der Ministerin zufolge seien die Energiepreise so hoch, weil die Nachfrage das durch die westlichen Sanktionen gegen den Energiesektor des Landes gestörte Angebot übersteigt. Am Rande des G20-Treffens der Finanzminister und Zentralbankchefs auf Bali erklärte sie gegenüber der Presse:

„Eine Obergrenze wird das Problem definitiv nicht lösen, denn es geht um die Menge, die im Vergleich zur Nachfrage nicht ausreicht.“

Sie fügte hinzu, dass sich die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage in den kommenden Monaten mit dem Herannahen der Heizperiode nur noch vergrößern wird.

Mulyani äußerte sich zu dem Thema während einer Asienreise der US-amerikanischen Finanzministerin Janet Yellen, bei der diese um Unterstützung für den Price-Cap-Mechanismus werben will. Yellen bezeichnete die Preisobergrenze am Mittwoch als „eines unserer stärksten Instrumente“ zur Bekämpfung der Inflation.

Ebenfalls am Mittwoch erklärte die stellvertretende US-Außenministerin für europäische und eurasische Angelegenheiten, Molly Montgomery, dass Washington den vorgeschlagenen Mechanismus als eine Möglichkeit betrachte, weniger für russische Energieimporte zu bezahlen und den globalen Ölmarkt zu stabilisieren.

Analysten bezweifeln jedoch, dass die Maßnahme funktionieren würde, da sich Russland dafür entscheiden könnte, sein Öl nicht zu dem von Washington festgelegten Preis zu verkaufen. Der Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten Jake Sullivan erklärte kürzlich, dass die Einführung eines solchen Mechanismus Zeit in Anspruch nehmen wird, da noch viele Details geklärt werden müssen, bevor er in Kraft treten kann.

Die USA versuchten zudem, Indien und China davon zu überzeugen, die Preisobergrenze zu unterstützen. Experten bezweifeln jedoch, dass die beiden Länder zustimmen werden, da diese sich derzeit dank großer Preisnachlässe mit russischem Rohöl eindecken.

Mulyani betonte, die Ursache der aktuellen Krise sei der Konflikt in der Ukraine und fügte hinzu:

„Dieser Krieg, die Unterbrechung der Versorgung und die Auswirkungen des Krieges in Form von Sanktionen machen die Situation noch komplexer.“

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