Vergewaltiger und Mörder sind Kiews größte Hoffnung — RT DE

Die Behörden in Kiew haben aus dem Gefängnis einen Mann entlassen, der zum Symbol für die blutigsten, abscheulichsten und perversesten Verbrechen der ukrainischen Nationalisten geworden ist. Ruslan Onischtschenko, der Kommandeur der Tornado-Kompanie, erwarb sich einen Ruf, vor dem selbst die Verbrechen der Nazis aus dem Asow-Bataillon verblassen. Heute werden die Gräueltaten Onischtschenkos jedoch etwas anders wahrgenommen. Warum?

von Nikolai Storoschenko

Der ehemalige Kombattant der Tornado-Kompanie des Innenministeriums, Ruslan Onischtschenko, ist auf freiem Fuß. Er kam frühzeitig aus dem Gefängnis, nachdem er sieben Jahre seiner elfjährigen Haftstrafe verbüßt hatte. „Befreit“ wurde Onischtschenko nicht allein durch die Spezialoperation der russischen Streitkräfte, in deren Rahmen Veteranen von Kampfeinsätzen, die Verbrechen begangen haben, massenhaft entlassen werden. Den Ex-Kombattanten konnte Stepan Chmara frei bekommen, ein ehemaliges Mitglied des ukrainischen Parlaments (Werchowna Rada) und Veteran der nationalistischen Bewegung.

Um das ganze Ausmaß des Ereignisses zu begreifen, muss erinnert werden, wer Onischtschenko ist und wofür die Tornado Kompanie bekannt ist.

Asow auf Hochtouren

Heute hat das Asow-Regiment die Hauptrolle des Bösen im ukrainischen Militär übernommen. Und natürlich völlig zu Recht. Heidnische Heiligtümer an den Einsatzorten der Einheiten, Nazi-Symbole, zahlreiche Zeugnisse über die Folterungen durch Asow und die Folterkammern selbst, am Flughafen von Mariupol und anderen Orten.

Das alles ist jedoch heute. Im Jahr 2015 aber, als in der oberen Aufzählung nur die Symbole bekannt waren, stellte der Tornado mit seinen Kämpfern Asow problemlos in den Schatten. Hätte man sie vor sieben Jahren nicht aufgelöst, wäre das Image von Asow weit weniger glänzend gewesen.

Onischtschenko und seine Kriegskameraden passen perfekt zur scherzhaften Redensart „wegen Gräueltaten aus der Gestapo entlassen“. Die Tornado-Kompanie wurde Ende Oktober 2014 auf der Basis des Schachtersk-Bataillons gebildet. Und Schachtersk selbst war am 16. Oktober vom damaligen ukrainischen Innenminister Arsen Awakow wegen Plünderung aufgelöst worden. Darüber war der Minister seinerzeit sehr empört. Er beklagte, dass etwa 50 Personen die Ehre einer hervorragenden Kampfeinheit beschmutzt hätten. Infolgedessen wechselte der Großteil der Schachtersk-Kämpfer zum Tornado.

Bereits Anfang November 2014 wurde es offensichtlich, dass Awakow entweder gelogen hat oder nicht wusste, was in Schachtersk geschah (was unwahrscheinlich ist: er selbst formierte alle diese Bataillone). Der Geheimdienst (SBU) fand bei den Tornado-Kämpfern ein Waffenarsenal, dessen Herkunft sie nicht eindeutig erklären konnten. Damals wurde der Vorfall vertuscht, und der Tornado aus der Region Saporoschje in die Region Lugansk abkommandiert: In der sogenannten Kontra-Terroristischen-Zone (ATO) gab es weniger Kontrolle durch den SBU, dafür aber mehr Willen.

Doch zum Unglück für die Tornado war der damalige Vorsitzende der staatlichen Regionalverwaltung von Lugansk Gennadi Moskal, ein Mann aus der Zeit vor dem Maidan und wichtiger noch, ein alter Polizist. Im Juni 2015 gab Moskal eine vernichtende Erklärung über das Kunstschaffen des Tornados ab und forderte die Entwaffnung der Einheit.

Er charakterisierte sie als „eine Bande, die Entführungen, Morde, Vergewaltigungen, Raubüberfälle, Diebstähle und andere Verbrechen beging“.

Damals, im Jahr 2015, gut ein Jahr nach dem Euro-Maidan, klang eine solche Aussage sehr überzeugend. Vorweg sei angemerkt, dass all dies letztendlich bestätigt wurde. Moskal erwähnte lediglich den Folterkeller des Tornado in Lissitschansk nicht und auch den Briefwechsel Onischtschenkos mit einem seiner Schwager, in dem es um Orgien mit Minderjährigen ging. Dieses Material sowie zahlreiche Foto- und Videoaufnahmen von Verbrechen, die von den Leuten des Tornado selbst begangen wurden, sind jedoch bereits nach den ersten Verhaftungen in den Besitz der Ermittlungen gelangt.

Infolgedessen musste Awakow die Einheit zum zweiten Mal auflösen, und gegen ein Dutzend der wichtigsten Mitglieder wurde ermittelt und sie wurden verurteilt.

Keine Rechtsprechung, sondern Bandenstreit

Das alles hätte übrigens vermieden werden können. Der Grund für den Schauprozess war höchstwahrscheinlich der übermäßige Appetit der Kompanie und ihre Versuche, für die Durchfahrt von Güterzügen Tribut zu verlangen. Genau deswegen wurde der Tornado beispielhaft wegen all der Dinge verurteilt, die auch andere Einheiten getan hatten, wenn auch nicht in dem Ausmaß.

Dieser Tatsache wurde damals wenig Beachtung geschenkt: Zu groß war der Schock über die Verbrechen. Der Begriff „Vergewaltigung“ beschreibt zum Beispiel nicht ganz, was Onischtschenko und seine Komplizen getan haben. Die Tornado-Männer entführten Menschen, vergewaltigten sie selbst, zwangen sie, sich gegenseitig zu vergewaltigen, und nahmen alles auf Video auf. Diejenigen, die sich weigerten, wurden geschlagen und gefoltert, bis sie ihre Zustimmung gaben. Viele wurden getötet, nachdem sie vergewaltigt worden waren.

Schon allein deshalb hätten sie für immer eingesperrt werden müssen, ohne das Recht auf Begnadigung oder Bewährung. Aber jetzt kommen sie durch eine Bürgschaft frei. Sie wurden damals nicht wegen Gewalt und Folter inhaftiert, sondern weil sie versucht hatten, ihre Nase in die Pläne von jemandem zu stecken, der in der ATO-Zone Geld verdienen wollte.

Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten sie bis heute in aller Ruhe gemordet und vergewaltigt.

Ein bezeichnendes Beispiel hierfür ist ein anderer berühmter Kämpfer, Semen Semenchenko. Auch er wurde wegen übermäßiger Habgier inhaftiert. Und sie haben ihn bis heute nicht freigelassen – obwohl selbst solche Schreckgespenster wie die aus dem Tornado schon auf freiem Fuß sind.

Es gibt mehr Tiere

Onischtschenkos Freunde wurden bereits im März in einer ersten Welle freigelassen. Doch weder damals noch heute hat sie in Russland oder der Ukraine großes Aufsehen erregt. Vor allem, weil wir in den letzten Monaten fast täglich einen solchen „Tornado“ in den Medien hatten.

Grausamkeiten des ukrainischen Militärs und der Behörden sind alltäglich geworden. Ukrainische Moderatoren und Ärzte rufen zur Kastration von Gefangenen auf, die Militärs schießen Gefangenen in die Beine, ein ukrainischer Soldat schneidet einen Gefangenen mit einem Messer und tötet ihn schließlich mit einem Stich ins Auge, was ihm sichtlich Spaß macht. Man kann nur vermuten, wie viel davon nicht in die Medien gelangt ist.

Dabei sind der Beschuss von Wohngebieten durch ukrainische Artillerie und MLRS sowie der Terror in den Regionen Cherson und Saporoschje noch gar nicht berücksichtigt.

Nein, die Tornado-Leute, das sind selbstverständlich Tiere. Und bestimmt gibt es für sie in dieser Hinsicht keine Konkurrenz. Doch das Niveau der Bestialität der übrigen ukrainischen Einheiten hat sich in den letzten sieben Jahren dramatisch erhöht. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass jeder, ohne Rücksicht auf seine Vergangenheit, seine Überzeugungen, seine allgemeine Eignung und das Vorhandensein von „moralischen Grenzen“ vom Verteidigungsministerium rekrutiert wird. Und auch in den ukrainischen Streitkräften gibt es (wie Videoaufzeichnungen von Gesprächen mit Gefangenen zeigen) viele ehemalige Sträflinge und Drogenabhängige – nicht gerade die psychisch stabilsten Menschen.

Aus diesem Grund, wie auch immer die Interpretation, hat die Freilassung von Onischtschenko und anderen „Tornados“ eine verdrehte Logik. Warum sollte man sie in einen Käfig sperren, wenn ähnliche Bestien nicht nur frei und bewaffnet sind, sondern auch als Helden gelten?

Nur Sementchenko sitzt im Gefängnis. Denn er ist keine Bestie, sondern ein einfacher Dieb und ein Entscheidungsträger.

Übersetzt aus dem Russischen

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