Griechenland: Russische Touristen nur in "mikroskopische Mengen"

Laut Russlands Botschafter in Griechenland, Andrei Maslow, erleide die griechische Tourismusbranche enorme Verluste, da das Land derzeit Touristen aus Russland schmerzlich vermisst.

Obwohl der Premierminister Griechenlands Anfang März gesagt habe, dass sein Land bis zu 35 Millionen ausländische Touristen erwarte und das Ausbleiben von 500.000 russischen Touristen die griechische Wirtschaft in keiner Weise beeinträchtigen würde, habe diese Einschätzung einen politischen Hintergrund, mutmaßte Maslow. Er höre von großen griechischen Reiseveranstaltern und Hoteliers, dass sie in diesem Zusammenhang „eine etwas andere Sichtweise haben“. Ihm zufolge habe die Tourismusbranche in Griechenland ohne die Russen eine ihrer Haupteinnahmequellen verloren. Der Diplomat sagte:

„In mikroskopischen Mengen dringen die Touristen natürlich ein. Aber ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es dieses Jahr praktisch keinen russischen Tourismus in Griechenland gibt“.

Große Hotelketten etwa, die sich in den vergangenen Jahrzehnten stark auf den russischen Markt orientiert hätten, würden nun erhebliche Einbußen erleiden, erklärte der Botschafter.

Der Grund, warum Russen Griechenland fernblieben, sei nicht der Unwille, in ein „unfreundliches“ Land zu reisen, sondern andere objektive Gründe, so Maslow.

Derzeit gibt es keine Direktverbindungen aus Russland in europäische Länder. Wer nach Griechenland will, muss dies über Umwege tun, beispielsweise über die Türkei. Dementsprechen steigen auch die Flugpreise. Außerdem können russische Touristen im Ausland ihre in Russland ausgestellten Bankomatkarten nicht nutzen.

Zudem bemängelte Maslow, dass Moskau und Athen die Zusammenarbeit eingestellt haben. Es gebe derzeit keine diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern. „Seit Ende Februar sind unsere bilateralen Beziehungen komplett zerstört, es gibt sie nicht mehr, es gibt keine Zusammenarbeit, keine Kontakte“, sagte er im russischen Fernsehen am Dienstag.

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