Ugandas Präsident lobt Russlands langjährige Unterstützung für antikoloniale Bewegung in Afrika

Im Rahmen seiner Afrika-Tour hat der russische Außenminister Sergei Lawrow am Dienstag nach Ägypten und Kongo die Republik Uganda besucht. Dort traf er sich in der ehemaligen Hauptstadt Entebbe mit dem Präsidenten Yoweri Museveni. Auf der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz erklärte der ugandische Staatschef, dass sein Land nach einer engeren Kooperation mit Russland strebe. Zugleich weigerte sich Museveni, gegen „die Feinde der anderen“ zu kämpfen.

„Wir wollen mit Russland Handel treiben. Wir wollen aber auch mit allen anderen Ländern der Welt handeln. Wir denken nicht daran, uns jemandes Feind zum eigenen Feind zu machen.“

Der Staatschef wies zugleich darauf hin, dass die UdSSR und später Russland das afrikanische Land immer unterstützt hätten. Museveni lobte außerdem Moskaus Unterstützung für die antikoloniale Bewegung in Afrika innerhalb der letzten 100 Jahre. Russland habe Uganda niemals Schaden zugefügt. Er verstehe nicht den Appell an die afrikanischen Länder, „automatisch“ eine antirussische Stellung zu beziehen. In diesem Zusammenhang machte Museveni darauf aufmerksam, dass Uganda sogar seinen ehemaligen Unterdrückern aus der Kolonialzeit verziehen habe und dass es heute mit diesen Ländern zusammenarbeite.

Die Strategie der afrikanischen Freiheitsbewegung bestehe darin, dass man alle progressiven Kräfte willkommen heiße, die unabhängig von ihrem sozialen System die Lebensbedingungen der Menschen verbessern helfen. Als Beispiel führte er China und Saudi-Arabien an, die jeweils ein anderes soziales System als Uganda hätten und trotzdem die Lebensverhältnisse der ugandischen Bevölkerung erfolgreich verbesserten. Diese beiden Staaten kämpften unter anderem gegen Krankheiten und Überschwemmungen in dem afrikanischen Land.          

„Das ist das korrekte Verständnis des Fortschritts für die ganze Menschheit.“

Uganda suche insbesondere dies – eine gegenseitig vorteilhafte Kooperation für alle Staaten der Welt. Eine Rivalität zwischen den Ländern lehne Uganda ab, erklärte Museveni. Auf Lawrows Frage, ob Museveni von westlichen Diplomaten vor gemeinsamen Fotos mit dem russischen Außenminister gewarnt worden sei, antwortete der ugandische Präsident, niemand sei so dumm gewesen, ihn darum zu bitten. Die Position seiner Regierung sei schon immer eindeutig gewesen: Uganda sei weder prowestlich noch proöstlich, das Land sei „proselbst“, das heißt prougandisch.

Mit Blick auf die reichen Bodenschätze Ugandas betonte der Politiker den Wunsch seiner Regierung, die Zusammenarbeit mit Russland auszubauen – darunter in den Bereichen Raumfahrt, Atomenergie, Medizin und Landwirtschaft.

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