"Terminkalender voll" – Blinken ersucht erfolglos um Gespräch mit Lawrow

Russland hat bestätigt, dass es am Donnerstag ein Gesprächsersuchen von den USA erhalten hat. Ein Gespräch zwischen den Spitzendiplomaten der beiden Länder könnte stattfinden, sobald es der derzeit volle Terminkalender von Außenminister Sergej Lawrow zulässt. Das teilte das Außenministerium in Moskau mit.

Lawrow werde „dieser Anfrage Beachtung schenken, sobald es die Zeit erlaubt“, sagte die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharowa, vor Journalisten und bezog sich dabei auf die Bitte Washingtons um einen Telefontermin zwischen Lawrow und US-Außenminister Antony Blinken.

Zuvor hatte der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz erklärt, die USA hätten der Russischen Föderation deutlich gemacht, dass sie ein Gespräch zwischen US-Außenminister Blinken und seinem russischen Amtskollegen Lawrow anstreben.

Die Anfrage sei Russland „direkt“ und „wiederholt“ übermittelt worden, so Price. Die USA erwarten, dass die beiden Spitzendiplomaten „in den kommenden Tagen Gelegenheit haben werden, miteinander zu sprechen“, fügte er hinzu.

Der Sprecher des Außenministeriums räumte jedoch ein, dass er „keine aktuellen Informationen“ über mögliche Gesprächstermine habe und fügte hinzu, dass die beiden Seiten „weiterhin über die entsprechenden Kanäle diskutieren“.

Sacharowa erklärte ebenfalls am Donnerstag, dass der russische Außenminister derzeit „einen vollen Terminkalender mit internationalen Kontakten“ habe, einschließlich eines Ministergipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und einiger bilateraler Treffen.

Die USA wollen das Telefonat nutzen, um ihren „substanziellen Vorschlag“ zur Freilassung von zwei US-Amerikanern, die derzeit in Russland inhaftiert sind, weiterzuverfolgen: Die Basketballspielerin Brittney Griner, die wegen Drogenschmuggels verhaftet wurde, und der ehemalige Marinesoldat Paul Whelan, der wegen Spionageverdachts inhaftiert wurde.

Am Mittwoch sagte Blinken vor Journalisten, er hoffe, dass er in einem Gespräch mit Lawrow „die Bemühungen, sie nach Hause zu bringen“, vorantreiben könne. Der US-Sender CNN hat zuvor berichtet, dass die USA bereit sein könnten, Griner und Whelan gegen den russischen Waffenhändler Viktor Bout auszutauschen, der im Jahr 2012 in den USA zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde, nachdem er der Bewaffnung einer terroristischen Vereinigung und der Verschwörung zur Tötung von US-Bürgern angeklagt worden war.

Blinken bestätigte den Bericht nicht offiziell und erwähnte Bout bei seiner letzten Pressekonferenz nicht namentlich, obwohl ihm eine direkte Frage bezüglich Bouts gestellt wurde. Stattdessen sagte er, er wolle „sicherstellen, dass der Vorschlag, den wir vorgelegt haben, eine echte Chance hat, voranzukommen“. Moskau antwortete daraufhin, dass die Verhandlungen über den Gefangenenaustausch mit den USA ergebnislos verlaufen seien, und fügte hinzu, dass die Interessen beider Seiten bei allen Gesprächen in dieser Angelegenheit respektiert werden müssten.

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