Lukaschenko: Souveränität Weißrusslands und Union mit Russland schließen sich nicht aus

Alexander Lukaschenko, der Präsident Weißrusslands, hat am Montag einen seiner engsten Vertrauten, den bisherigen stellvertretenden Leiter der Präsidialverwaltung in Minsk, Dmitri Krutoi, zum weißrussischen Botschafter in der Russischen Föderation ernannt. Dies melden am Abend die Nachrichtenagentur BelTa und andere Agenturen übereinstimmend.

Alexander Lukaschenko (Mitte, sitzend) und Dmitri Krutoi (links, stehend) während der Ernennungszeremonie des neuen Botschafters am 01.08.22 in Minsk.Belta / Sputnik

Auf einem Video der Ernennungszeremonie lobt Lukaschenko den neuen Botschafter als „vielversprechenden Mann“: 

„Deshalb wurde in dem Gespräch mit dem russischen Präsidenten… Er wurde natürlich darauf hingewiesen, wer Krutoi ist, aber ich werde Ihnen nicht sagen, was ich ihm gesagt habe, die Hauptsache ist, dass dieser Mann sehr vielversprechend ist.“

Die Präsidenten Russlands und Weißrusslands hatten im Laufe eines Telefonats am 22. Juli über die Entsendung eines neuen Botschafters der Republik Belarus in die russische Hauptstadt gesprochen. 

Die weißrussische Botschaft in Russland wurde vom Staatsoberhaupt als „zweite Regierung“ bezeichnet. Immerhin sei Russland der wichtigste Wirtschaftspartner der Republik, sagte Lukaschenko.

Zugleich äußerte sich der Präsident zu den Perspektiven der russisch-weißrussischen Integration. Weißrussland und Russland können unter Beibehaltung ihrer jeweiligen Souveränität und Unabhängigkeit eine enge Union bilden.

„Wir sind kluge Leute. Und der russische Präsident ist absolut zurechnungsfähig und versteht, in welche Richtung wir uns bewegen müssen. Wenn wir also die Unabhängigkeit Russlands und Weißrusslands aufrechterhalten, werden wir in der Lage sein, eine solche Union aufzubauen, um die uns Föderalstaaten, konföderative Staaten und vielleicht sogar unitäre Staaten beneiden werden“,

sagte Alexander Lukaschenko. Dabei sieht er den Schwerpunkt der Integration auf ökonomischem Gebiet und unterstrich wiederholt, dass die Unabhängigkeit und Souveränität der Republik Belarus nicht zur Debatte stehen: 

„Die wichtigste Frage ist die Wirtschaft. Das ist das wichtigste Thema. Wenn wir Wirtschaft haben, wird alles andere folgen. Ich möchte anmerken: Die Souveränität und Unabhängigkeit von Belarus (was wir so oft aus dem Westen hören, sie pflanzen uns diese Ideen in den Kopf, dass wir unsere Souveränität und Unabhängigkeit fast verlieren, wenn wir mit Russland zusammenarbeiten), möchte ich Ihnen als dem zukünftigen Vertreter nicht nur des Präsidenten in Russland sagen, das sind dauerhafte Dinge. Das steht nicht einmal zur Diskussion.“

Krutoi war in der Vergangenheit mit der Aushandlung der Unions- und Integrationsverträge mit der Russischen Föderation betraut.

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