US-Ölreserven nahezu auf dem niedrigsten Stand seit knapp vier Jahrzehnten

Die US-amerikanische strategische Erdölreserve (SPR) befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 1984, wie aus den kürzlich veröffentlichten Zahlen des Energieministeriums hervorgeht. US-Präsident Joe Biden hatte darauf gesetzt, die US-Reserven zu leeren, um die Kraftstoffpreise im Land zu senken. Doch seine Regierung plant wohl nicht, die Vorräte vor dem nächsten Jahr wieder aufzufüllen.

Wie es auf der Seite des Energieministeriums heißt, handelt es sich bei der strategischen Erdölreserve „um einen Komplex der US-Regierung mit vier Standorten mit tiefen unterirdischen Lagerstätten, die in Salzstöcken an der Golfküste von Texas und Louisiana angelegt wurden.“ 

Die USA hatten im August 18 Millionen Barrel Rohöl aus den Rücklagen entnommen, sodass der aktuelle Vorrat am Freitag bei 450 Millionen Barrel lag. Das Weiße Haus hatte bereits Ende Juli den Verkauf von 20 Millionen Barrel genehmigt, zusätzlich zu den 125 Millionen Barrel, die bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres verkauft worden waren.

Unter Biden sind die Benzin- und Dieselpreise in den USA in die Höhe geschnellt, wofür die Republikaner die „grüne“ Energiepolitik des Präsidenten und das harte Vorgehen gegen die heimische Ölförderung verantwortlich machen. Der Benzinpreis stieg von durchschnittlich 2,28 US-Dollar pro Gallone (3,78 Liter) im Dezember 2020 auf 3,40 US-Dollar ein Jahr später. Angesichts des Ukraine-Konflikts und des von Biden verhängten Einfuhrverbots für russisches Öl hat die durchschnittliche Gallone im Juni dieses Jahres einen Rekordpreis von 5 US-Dollar erreicht.

Das Finanzministerium schätzte im Juli 2022 jedoch, dass die Preise um weitere 40 Cent pro Gallone höher wären, wenn Biden die Reserve nicht freigegeben hätte. Jetzt, da fast 150 Millionen Barrel verkauft wurden, sind die Preise wieder auf das Februar-Niveau von 3,85 US-Dollar zurückgekehrt, wie aus den aktuellen Zahlen der Organisation American Automobile Association (AAA) vom Montag hervorgeht.

Ein Teil des von Biden freigegebenen Öls wurde an ausländische Raffinerien verkauft. Davon fast eine Million Barrel an eine Tochtergesellschaft von Sinopec, einem chinesischen Unternehmen, das zuvor Milliarden Dollar an Investitionen von einem Aktienfonds erhalten hatte, an dem Bidens Sohn Hunter beteiligt ist.

Die Regierung Biden hat in diesem Jahr rund ein Viertel der US-Ölreserven verkauft, und es bleibt unklar, wie lange die Regierung noch plant, die Vorräte weiter abzubauen. Das Weiße Haus kündigte im Juli an, dass die Reserven „wahrscheinlich“ erst nach dem Haushaltsjahr 2023 wieder aufgefüllt werden sollen.

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