Militärgouverneur bei Bombenanschlag im Südosten der Ukraine getötet

Oberst Artjom Bardin, der Leiter der von Russland kontrollierten militärisch-zivilen Verwaltung in der südukrainischen Stadt Berdjansk, ist am Dienstag verstorben, nachdem er bei der Explosion einer Autobombe schwer verletzt worden war. Lokale Behörden beschuldigen ukrainische Saboteure, diese Tat begangen zu haben. Gleich zu Beginn der militärischen Intervention wurde die Stadt Berdjansk von russischen Streitkräften eingenommen und steht seitdem unter russischer Kontrolle.

Eine gewaltige Explosion zerbarst Bardins Fahrzeug, als es nahe des örtlichen Verwaltungsbüros geparkt war. Berichten zufolge soll sich der Sprengsatz unter dem Auto befunden haben. Drei weitere Zivilfahrzeuge wurden bei der Explosion beschädigt, berichteten russische Medien. Bilder in den sozialen Medien zeigen das komplett zerstörte und ausgebrannte Wrack des Autos. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar. Zuvor hatten örtliche Behörden jedoch erklärt, man suche nach einer ukrainischen Sabotage- und Aufklärungseinheit.

Bardin war laut Medien die einzige Person, die bei der Explosion verletzt wurde. Obwohl er umgehend in ernstem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, erlag er dort seinen schweren Verletzungen. Sein Tod wurde später von der örtlichen Verwaltung bestätigt. „Nach unseren Informationen erlag er seinen Verletzungen“, sagte Wladimir Rogov, ein Mitglied der Verwaltung der Region Saporischschja, gegenüber Journalisten.

⚡️Раненый при взрыве машины в центре Бердянска "комендант города" Артем Бардин госпитализирован в тяжелом состоянии в больницу… pic.twitter.com/UqKbeKiuwF

— 50+ (@PqqJydj0SfynTox) September 6, 2022

Rogov sagte auch, dass die lokalen Behörden den Vorfall als Terroranschlag behandeln, der von „Terroristen des Selenskij-Regimes“ verübt wurde.

Es war nicht der erste derartige Vorfall in dem von Russland kontrollierten Gebiet. Ende August wurde Alexander Kolesnikow, der stellvertretende Kommandeur der örtlichen Verkehrspolizei von Berdjansk, bei einem ähnlichen Anschlag getötet. Nebst dem Anschlag auf den Gouverneur wurde auch von Schüssen im Zentrum der Hafenstadt am Schwarzen Meer berichtet. Über die weiteren Hintergründe und ob es sich bei den Tätern um ukrainische Saboteure bzw. Terroristen gehandelt hat (in westlichen Medien „Partisanen“ genannt), ist bislang nichts bekannt.

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