Erdoğan auf Balkan-Reise – Griechenland warnt NATO vor zweitem Krieg auf europäischem Boden — RT DE

8 Sep. 2022 17:55 Uhr

Während der dreitägigen Balkan-Reise des türkischen Präsidenten verschärft sich die Lage zwischen Ankara und Athen. Die griechische Regierung hat die NATO, EU und UNO schriftlich aufgefordert, die zunehmend „aggressiven“ Äußerungen von Beamten in der Türkei zu verurteilen. Es könne eine ähnliche Situation entstehen, wie sie sich derzeit in der Ukraine abspielt.

Im Rahmen seiner dreitägigen Balkan-Reise ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Mittwoch in Serbien eingetroffen. Er traf seinen Amtskollegen Aleksander Vućić und betonte die Bedeutung des „Kosovo-Friedensprozesses und der Integrität Bosnien-Herzegowinas für die Türkei“. In diesem Zusammenhang brachte der türkische Regierungschef seine Unterstützung für die territoriale Integrität und Souveränität von Bosnien-Herzegowina zum Ausdruck. Er fügte hinzu, das Friedensabkommen von Dayton müsse geschützt werden.

In seiner Rede in der serbischen Hauptstadt Belgrad äußerte Präsident Erdoğan die Hoffnung, dass die jüngste Einigung zur Beilegung des Streits um Einreiseregeln zwischen Serbien und dem Kosovo zur weiteren Stärkung der regionalen Stabilität beitragen könne. Serbien hat vor Kurzem zugestimmt, Kosovaren ohne weitere Dokumente einreisen zu lassen. Im Gegenzug hat das Kosovo den Plan fallengelassen, die Einreise von serbischen Staatsbürgern zu erschweren. 

Erdoğan sagte auch, dass die Türkei drei rivalisierenden ethnischen Gruppen in Bosnien helfen möchte, „sich zu versöhnen“. Vućić forderte seinerseits von der Türkei, Serbien bei der Versorgung mit Strom aus Aserbaidschan im kommenden Winter inmitten der Energiekrise in Europa zu helfen. 

Erdoğans Besuch in Belgrad war Teil einer diplomatischen Tour durch den Balkan. Am Dienstag besuchte er Bosnien-Herzegowina, am Donnerstag reist er weiter nach Kroatien, wo er eine Moschee einweihen wird.

Die Türkei hat in den letzten Jahren ihre Präsenz auf dem Balkan sowohl politisch als auch wirtschaftlich verstärkt. Die überwiegend muslimischen bosniakischen Gemeinschaften in Bosnien-Herzegowina und Serbien unterhalten enge Beziehungen zu Ankara, während türkische Unternehmen verstärkt in Infrastrukturprojekte in der gesamten Region investierten.

Inmitten der Balkan-Tour von Erdoğan eskaliert der Streit zwischen der Türkei und Griechenland über die Grenzziehungen im Mittelmeer. Die griechische Regierung hat die NATO- und EU-Partner sowie den Chef der Vereinten Nationen schriftlich aufgefordert, die zunehmend „aggressiven“ Äußerungen von Beamten in der benachbarten Türkei formell zu verurteilen und darauf hinzuweisen, dass die derzeitigen bilateralen Spannungen zu einem zweiten „offenen Konflikt auf europäischem Boden“ eskalieren könnten. In Mitteilungen, die der AP-Agentur am Mittwoch vorlagen, schrieb der griechische Außenminister Nikos Dendias, dass das Verhalten des historischen regionalen Rivalen seines Landes und NATO-Verbündeten von den drei Gremien getadelt werden sollte.

„Wenn wir dies nicht rechtzeitig tun oder den Ernst der Lage unterschätzen, riskieren wir, erneut Zeuge einer ähnlichen Situation zu werden, wie sie sich derzeit in einem anderen Teil unseres Kontinents abspielt“, schrieb er in Anspielung auf den Krieg in der Ukraine.

Vor Kurzem verschärfte sich die Lage zwischen Athen und Ankara, nachdem Griechenland ein türkisches Kampfflugzeug auf einem Patrouillenflug durch ein auf der Insel Kreta stationiertes Flugabwehrsystem anvisiert hatte. Erdoğan drohte Athen am Wochenende wegen dieses Vorfalls mit dem Krieg und erklärte, wenn Griechenland zu weit gehe, werde es einen hohen Preis zahlen. Bei der jüngsten Eskalation geht es vordergründig um die griechische Militärpräsenz auf den Ostägäischen Inseln, von denen einige nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste liegen.

Mehr zum Thema – Türkei: Griechenland verletzt „vorsätzlich“ den Vertrag von Lausanne

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des „Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes“ am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.



Source link