Serbien und Türkei setzen weiter auf Handel mit Russland

Als einziges NATO-Land setzt die Türkei keine der Sanktionen des Westens gegen Russland um. Auch das Westbalkanland Serbien hat sich den Strafmaßnahmen Brüssels gegen Moskau nicht angeschlossen. Stattdessen floriert der Handel zwischen der Türkei und Russland wie nie zuvor. Wie aus den aktuellen Daten der türkischen Versammlung der Exporteure hervorgeht, hatte das Volumen der türkischen Ausfuhren nach Russland allein im August 738 Millionen US-Dollar überschritten.

Wie die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet, seien das 87,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der türkische Handelsverband teilte demnach mit: 

„Im August hat die Türkei einen absoluten Rekord bei den Exporten nach Russland aufgestellt.“

Seit Ankara den Unternehmen erlaubt, die Lücke zu füllen, die der Exodus westlicher Unternehmen aus Russland hinterlassen hat, sind die Exportaktivitäten rasch gestiegen. Im vergangenen Monat hatten die zwei Länder sogar einen Fahrplan für die wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet, der vorsieht, den bilateralen Handelsumsatz auf 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu steigern. Ankara und Moskau hatten außerdem vereinbart, den russischen Rubel als Währung für den bilateralen Handel einzuführen, auch für russische Erdgaslieferungen.

Bei einem Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan im August wies der russische Präsident Wladimir Putin darauf hin, dass das Handelsvolumen zwischen Moskau und Ankara zunehme. Im vergangenen Jahr sei es um fast 60 Prozent gestiegen, und in den ersten fünf Monaten 2022 habe sich das Handelsvolumen verdoppelt.

Auch der Flugverkehr zwischen der Türkei und Russland ist nicht zum Erliegen gekommen. Täglich starten in Istanbul, Ankara und dem populären türkischen Reiseziel Antalya Dutzende Maschinen zu russischen Flughäfen.

Serbiens Fluggesellschaft Air Serbia fliegt weiterhin Richtung Moskau

Ähnliches kann man derzeit am Flughafen Nikola Tesla in der serbischen Hauptstadt Belgrad beobachten. Bereits im Frühling hatten offizielle Zahlen gezeigt, dass die Fluggesellschaft Air Serbia, mehrheitlich im Staatsbesitz, ihre Kapazität auf der Strecke Moskau-Belgrad um 50 Prozent gesteigert hatte. So gibt es mehrere Flüge pro Tag – entweder als Direktverbindung nach Moskau oder mit Umstieg in Istanbul. Belgrad hatte sich nach dem Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine dem von westlichen Staaten gegen Russland verhängten Flugverbot nicht angeschlossen.

Auch der Handelsumsatz zwischen Serbien und Russland ist nach Angaben des russischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr stetig gewachsen und hat gar das historische Niveau des letzten Jahres übertroffen. In einer Erklärung der Behörde heißt es: „Im vergangenen Jahr stieg der bilaterale Handelsumsatz um 9,7 Prozent und erreichte mit 2,3 Milliarden US-Dollar einen historischen Höchststand. Nach den Ergebnissen der ersten sieben Monate des laufenden Jahres bleibt die positive Dynamik erhalten – der Handel ist bis jetzt um 10,2 Prozent gewachsen.“

Kurz vor dem Sommer hatte Belgrad einen neuen Gas-Deal mit Moskau abgeschlossen. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hatte damals von einem „extrem günstigen“ Erdgasvertrag gesprochen, der seinem Land für die nächsten drei Jahre kontinuierliche Lieferungen russischer Energie sichern soll. 

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