Kühnert löscht sich auf Twitter — RT DE

13 Sep. 2022 07:33 Uhr

Kritik an Berlins Waffenlieferungen an die Ukraine ist in deutschen und „sozialen“ Medien nicht ungefährlich – zumindest für den guten Ruf. Das musst jetzt auch der SPD-Politiker Kevin Kühnert schmerzlich feststellen.

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat sich am Montag in der Sendung ntv Frühstart deutlich gegen deutsche Panzerlieferungen an die Ukraine ausgesprochen und erklärt, dass man Russland nicht animieren wolle, noch andere Staaten anzugreifen. Darin macht er auch deutlich, dass nicht die US-Botschaft, falls diese das möglicherweise wünsche, darüber bestimme, welche Waffen in welchem Umfang Deutschland an die Ukraine liefere. Mit Blick auf andere skeptischen Stimmen zu Panzerlieferungen meinte Kühnert:

„Diese Aussagen, dass wir nicht schleichend hineingezogen werden wollen in den Krieg, dass wir Russland nicht noch dazu animieren wollen, völlig irrational am Ende zu handeln und noch ganz andere Staaten anzugreifen, das ist ja keine Kleinigkeit.“

Das sei ein wichtiger Punkt, der bei „allem heißen Herzen“ bedacht werden müsse. Später habe auch Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) den Lieferungen eine Absage erteilt, wie der Spiegel berichtet.

Nach Kühnerts Aussage begann in den sozialen Medien ein heftiger Shitstorm gegen den 33-Jährigen. So bezeichnete ihn Paul Ronzheimer von der Bild-Zeitung als einen „Mini-Gas-Gerd“:

Kevin Kühnert warnt davor, dass Russland „völlig irrational“ handeln könnte und will deshalb keine Kampfpanzer in die Ukraine schicken. Ach so, war ja alles total rational, was seit dem 24. Februar passiert ist. Eine SPD, die von Mini-Gas-Gerds geprägt wird, ist zum Verzweifeln.

— Paul Ronzheimer (@ronzheimer) September 12, 2022

Kevin Dachselt, der Chefredakteur des Jugend-Magazins Vice, schrieb auf Twitter:

Kühnert gegen Lieferung deutscher Panzer. Man solle Russland nicht animieren, andere Staaten anzugreifen. Je stärker der Mut der Ukraine wird, desto größer die Feigheit der SPD.

— Felix Dachsel (@xileffff) September 12, 2022

„Kühnert gegen Lieferung deutscher Panzer. Man solle Russland nicht animieren, andere Staaten anzugreifen. Je stärker der Mut der Ukraine wird, desto größer die Feigheit der SPD.“

Offenkundig wurde der mediale Druck auf Kühnert so groß, dass dieser am Montagnachmittag sein Twitterprofil löschte. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Kühnert:

„Ich finde einfach, dass die Diskussionskultur, wie sie auf Twitter stattfindet und auch die Art und Weise wie dort Gesellschaft repräsentiert oder, ich würde sagen, absolut gar nicht repräsentiert wird, dass das zu Fehlschlüssen und Irrtümern in politischen Entscheidungen führt.“

Mehr zum Thema – Russischer Botschafter: Deutschland hat rote Linie überschritten

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des „Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes“ am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.





Source link