Die neue Form des Klima-Terrorismus — RT DE

14 Sep. 2022 06:30 Uhr

Der anarchistische und linksextreme Klima-Terrorismus geht in eine neue Runde. Er wendet sich gegen „die Abschlachtung der Ökosphäre“ durch die „Verbrecher des fossilen Kapitals“. Man solle sich vor Augen halten, wie einfach es sei, Tankstellen und Pipelines in die Luft zu sprengen oder SUVs zu zerstören. Für die Anarchisten ist das lediglich ein „Ökotag“, eine Sabotage aus ökologischen Gründen.

Von Thomas Frank

Kids, die auf die Straße gehen? Klima-Protestler, die sich auf die Straße kleben? Vergessen Sie diesen Kindergartenkram, denn die linken Anarchisten bereiten sich im Namen des Klimas auf viel radikalere Aktionen vor.

Die Verbrechen des fossilen Kapitals

Nicht nur die sogenannten „Querdenker“, die hierzulande von der Einheitspresse und den Einheitsparteien pauschal als „Rechte“ verunglimpft werden, haben sich des Klima-Themas angenommen, auch Ultralinke und Anarchisten. Genau das aber vergessen die Mainstreammedien einmal mehr zu erwähnen.

In ultralinken Foren Enough 14 oder Anarchistische Föderation wird schon lange darüber diskutiert, was man tun kann, wenn friedliche Massenmobilisierungen den Kurs der Klimapolitik nicht ändern können. Wird es Zeit, sich radikalere Formen des Widerstands gegen den „fossilen Kapitalismus“ auszudenken?

Populistisch spricht man dort von einer „organisierten Abschlachtung der Ökosphäre“, vom „Klimazusammenbruch“ und der „Auslöschung unserer gemeinsamen Zukunft“. So schürt man die ideologische Grundlage für die Empörung, die sich bald auch gewalttätig entladen könnte.

Die Verursacher sind schnell gefunden: Nutznießer des „fossilen Kapitalismus“, die von der Struktur des „akkumulationsgetriebenen“ globalen Wirtschaftssystems profitieren und in einem „parallelen Vorstadtuniversum aus Privatschulen und Vorstandssitzungen“ geschützt sind. Dagegen helfen scheinbar nur noch radikale Lösungen.

Wie einfach es ist, Tankstellen in die Luft zu sprengen

Der britische Schriftsteller John Lanchester veröffentlichte bereits im Jahr 2007 in der London Review of Books seinen Essay „Warmer, Warmer„, der mit folgender Frage beginnt:

„Es ist seltsam und auffällig, dass Klima-Aktivistinnen keine terroristischen Akte begangen haben. Schließlich ist Terrorismus für den Einzelnen die bei Weitem effektivste Form der politischen Aktion in der modernen Welt, und der Klimawandel ist ein Thema, das den Menschen genauso am Herzen liegt wie zum Beispiel die Rechte der Tiere. Das wird besonders deutlich, wenn du dir vor Augen hältst, wie einfach es ist, Tankstellen in die Luft zu sprengen oder SUVs zu zerstören. In einer Stadt von der Größe Londons könnten ein paar Dutzend Menschen in kurzer Zeit den Besitz dieser Autos praktisch unmöglich machen. Sagen wir, fünfzig Leute, die einen Monat lang jede Nacht vier Autos zerstören: sechstausend zerstörte SUVs in einem Monat und die Chelsea-Traktoren würden bald von unseren Straßen verschwinden. Warum passiert so etwas also nicht?“

Klare Worte, die in einigen anarchistischen Kreisen scheinbar auf fruchtbaren Boden treffen.

Anschläge auf Ölfirmen, Banken und Investoren?

Die „Klimakriminellen“ – so die Auffassung der Anarchisten – würden ihr „planetenzerstörendes Geschäft“ weiter fortführen. Bislang wären selbst Massendemonstrationen und Klimastreiks von Millionen Menschen auf der ganzen Welt, nicht in der Lage gewesen, den Trend der Klimazerstörung umzukehren, da sie der enormen Macht der Rohstoffindustrie nichts entgegenzusetzen hätten.

Das britische Magazin The Economist  fragte bereits im Jahr 2020 in einem Artikel „What if climate activists turn to terrorism?“ und zeichnete dabei das Szenario einer geheimen Gruppe radikaler Klimaaktivisten mit dem Namen „Earth Defence Army“ (EDA) als Reaktion auf das anhaltende politische Versagen bei der Reduzierung von CO₂-Emissionen. Die EDA verübt Anschläge auf das Eigentum von Ölfirmen und auf Banken und Investoren, die mit ihnen in Verbindung stehen und die sie für die Klimakrise verantwortlich machen.

Auch dieser Artikel kam und kommt bei den Anarchisten gut an. »Schwarzer Pfeil« schreibt dazu beispielsweise auf der Anarchisten-Plattform anarchistischefoederation.de:

„Die Zeit wird zeigen, ob sich Gruppen wie die Earth Defence Army eines Tages von der vorsichtigen Fantasie einiger Autoren lösen und in der realen Welt existieren werden. Wenn das der Fall sein sollte, wird es ihnen sicher nicht an Angriffszielen mangeln.“

Ein „Gefährte“ auf derselben Webseite wird so zitiert:

„Noch fünf Jahre, und ich werde wahrscheinlich entweder ganz aufhören zu kämpfen oder anfangen, Dinge in die Luft zu jagen.“

Auch das kommt nicht von ungefähr, denn der radikale Klimatheoretiker Andreas Malm gab in seinem Buch „How to Blow Up a Pipeline“ (Wie man eine Pipeline in die Luft jagt) de facto die Anleitung dazu. Er führte eine ganze Reihe von Beispielen von Sabotage an der Infrastruktur für fossile Brennstoffe an: Etwa Löcher in Pipelines bohren, Aufstände, die die Ölproduktion zum Stillstand bringen sollen oder Drohnenangriffe auf Raffinerien. Doch Malm geht noch viel weiter. Er beschreibt Kader-ähnliche Klima-SWAT-Teams, die das „tägliche Geschäft der Zerstörung“ fortführen.

Diese theoretisch-ideologischen Ergüsse werden auch in der Praxis aufgegriffen. In Deutschland hat sich schon eine radikale Gruppe mit dem Namen „Fridays for Sabotage“ gegründet, die unverhohlen auf Twitter schreibt:

„Sabotieren und Spaß dabei, (hoffentlich ;-)) schneller als die Polizei!“

Sabotieren und Spaß dabei, (hoffentlich ;-)) schneller als die Polizei!

— fridaysforsabotage (@fridaysforsabo2) August 2, 2021

Auch eine neue Definition für diese Gewalttaten ist schon im Umlauf. Er lautet: „Ökotage“ (Sabotage aus ökologischen Gründen). Sie soll sich gegen die Ölinfrastruktur, Bahnstrecken und Autohäuser richten.

So scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis Klima-Radikale und Klima-Revolutionäre womöglich eine „grüne RAF“ gründen und terroristische Anschläge auf die angeblichen Verantwortlichen für die Zerstörung unseres Planeten verüben.

Mehr zum Thema – Medienbericht: Bei „Klimaprotesten“ in Berlin wurden mehrmals Rettungswagen behindert

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