Wer zündelt da? Kirgisisch-tadschikischer Grenzkonflikt wieder aufgeflammt: 2 Tote, 42 Verletzte

An der Grenze zwischen den zentralasiatischen Republiken Kirgisistan und Tadschikistan ist es am frühen Freitagmorgen zu heftigen Kämpfen gekommen. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig des Beschusses, nach offiziell noch unbestätigten Informationen hingegen soll eine Gruppe von Scharfschützen unbekannter Zugehörigkeit, die auf beide Seiten schoss, den Konflikt ausgelöst haben.

Kirgisistan meldet zur Stunde 2 Tote und 42 Verletzte, Tadschikistan einen toten Soldaten und drei Verwundete. Die 15-jährige Elzada Mannanova aus dem kirgisischen Dorf Dostuk starb nach Angaben von Sputnik Kirgisistan an ihren Schrapnellwunden.

An der Grenze zwischen den beiden Staaten kommt es regelmäßig zu Konflikten, weil die Parteien die Abgrenzung und Demarkation einiger Abschnitte nicht abgeschlossen haben. Moskau forderte Bischkek und Duschanbe inzwischen auf, die Situation mit politischen und diplomatischen Mitteln zu lösen und sich nicht durch Provokationen Dritter reizen zu lassen.

Die Staatsoberhäupter beider Länder nehmen heute an der Konferenz der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) im usbekischen Samarkand teil. RIA Nowosti berichtet aus Samarkand, dass der kasachische Präsident Sadyr Dschaparow und der tadschikische Staatschef Emomalij Rahmon sich am Nachmittag zu einer Unterredung getroffen und die Einstellung der Feindseligkeiten vereinbart haben. 

Der Pressesprecher des kirgisischen Staatsoberhauptes ließ nach dem Treffen nach Meldung der Nachrichtenagentur verlautbaren: 

„Beide Seiten haben die Lage am kirgisisch-tadschikischen Abschnitt der Staatsgrenze erörtert. Die beiden Staatsoberhäupter kamen überein, die zuständigen Strukturen anzuweisen, das Feuer einzustellen und Kräfte und militärisches Gerät von der Kontaktlinie abzuziehen.“

Dschaparow und Rahmon hätten, so der Sprecher weiter, vereinbart, dass der Vorsitzende des kirgisischen Staatssicherheitskomitees, Kamtschybek Taschijew, und sein tadschikischer Amtskollege, Saimumin Jatimow, vor Ort arbeiten würden, und dass eine Kommission eingesetzt wird, die die Umstände und Ursachen des Vorfalls untersuchen soll.

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