Gestiegene europäische Nachfrage treibt Preise für Uran auf höchsten Stand seit zehn Jahren

Die Preise für Uran werden derzeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren notiert. Der hohe Preis spiegelt die Erwartung der Investoren in Bezug auf die kommende Nachfrage wider. Getrieben wird der Preis unter anderem von der Energiekrise in Europa, berichtet die Financial Times. Laut dem Marktforschungs- und Analyseunternehmen für Kernbrennstoffe UxC wurden Uran-Futures zuletzt vor 10 Jahren so hoch wie zu den aktuellen Preisen gehandelt.

Der Preis für sogenannten „Yellowcake“, also Uransalz, das durch Auslaugung als ein Zwischenschritt bei der Verarbeitung von Uranerzen gewonnen wird, stieg um 7 Prozent auf über 50 US-Dollar pro Einheit. Analysten der Bank of America erwarten, dass der Preis bereits im nächsten Jahr auf 70 US-Dollar pro Einheit steigen wird. Der Preisanstieg wird auf den jüngsten Anstieg der Nachfrage nach dem Rohstoff in ganz Europa zurückgeführt, wo sich die Energiekrise verschärft. Darüber hinaus geht der Preis auf eine grundsätzlich geänderte Haltung gegenüber Atomenergie in Regionen wie Japan, dem US-Bundesstaat Kalifornien und Deutschland zurück.

Per Jander, Direktor für Kernenergie und erneuerbare Energien bei WMC Energy, sagte der Financial Times:

„Deutschland und Kalifornien waren die beiden Regionen der Welt mit einer besonders negativen Haltung zur Atomkraft. In beiden Regionen ändert sich nun die Stimmung. Ich hätte eher angenommen, die Hölle würde zufrieren, bevor das passiert. Das wird sich sofort auf den Markt auswirken.“

Laut Analysten bleibt der Markt weiterhin anfällig für eine mögliche Reduzierung der Uranlieferungen aus dem von Sanktionen betroffenen Russland. Obwohl das Land nur 5 Prozent der weltweiten Uranproduktion ausmacht, ist es laut Berenberg-Daten für mehr als 40 Prozent der aktiv verfügbaren weltweiten Anreicherungskapazität verantwortlich.

„Die Sanktionierung Russlands hat das Potenzial, eine Quelle von Marktstörungen und hoher Preisvolatilität zu sein“, sagten Analysten von Berenberg in einem Bericht, der der Financial Times vorliegt. 

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