DAX dümpelt vor sich hin, Euro im Sinkflug

Die Ankündigung einer Teilmobilmachung in Russland verunsichert auch die Anleger an der deutschen Börse. Nach der Ankündigung des russischen Präsidenten kühlte sich die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett merklich ab. Der DAX verlor zunächst deutlich über ein Prozent. Im Laufe des Tages konnte er seinen Verlust jedoch weitgehend wieder wettmachen und notiert aktuell im Plus. 

Am Abend gibt die US-amerikanische Zentralbank FED ihren jüngsten Zinsentscheid bekannt. Gerechnet wird mit einer weiteren deutlichen Erhöhung des Leitzinses in den USA. Nach Angaben vom Handelsblatt rechnen Experten mit einer Erhöhung um 75 Basispunkte, aber auch ein Zinsschritt von über einem Prozent halten Händler für möglich. Die FED wird getrieben von Inflationssorgen. Zwar ist die Inflation in den USA leicht gesunken, liegt mit 8,3 Prozent jedoch noch immer deutlich über den Erwartungen. 

Begleitet wird die Aussicht auf eine satte Leitzinerhöhung für den US-Dollar im Gegenzug von einem weiteren Verfall des Euro, der inzwischen die Parität zum US-Dollar wieder unterschreitet und auch gegenüber dem Schweizer Franken immer stärker ins Abseits gerät. Anleger ziehen in den etwas „sichereren Hafen“ US-Dollar um, zumal die Risiken in der Euro-Zone angesichts der russischenTeilmobilmachung und der Eskalation des Konflikts in der Ukraine weiter zugenommen haben. Hinzu kommen die düsteren makroökonomischen Aussichten für Europa. Dass die größte Volkswirtschaft der EU in die Rezesssion rutscht, gilt Experten inzwischen als sicher. Die „Gasumlage“ wird zwar nach aller Voraussicht eingestampft werden, da der größte deutsche Gas-Importeur Uniper verstaatlicht werden soll. Volkswirtschaftlich geht es in Deutschland zunehmend um das nackte Überleben. Der kontinuierliche Verfall des DAX zeigt auch dafür die entsprechende Tendenz. Er hat in Jahresfrist über 17 Prozent eingebüßt – und eine Kehrwende ist nicht in Sicht.

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