Puschkin Statue geköpft – Ukrainer empfanden Monument als Symbol der "russischen Welt"

Ein Denkmal im Zentrum von Kiew, das dem berühmten russischen Dichter aus dem 19. Jahrhundert Alexander Puschkin gewidmet ist, wurde am Dienstag abgerissen. Dies teilte der Mitbegründer des Projekts „Entkommunisierung der Ukraine“, Wadim Posdniakow, mit.

Die andauernde Kampagne zur Beseitigung der sowjetischen und russischen Vergangenheit des Landes wurde damit weiter fortgesetzt. Posdniakow behauptet, die Statue, die vor der Nationalen Verkehrsuniversität stand, sei für die ukrainischen Behörden ein Symbol der „russischen Welt“ gewesen. Der Abriss der Statue wurde dem ukrainischen Leutnant, Aktivisten und Wissenschaftler Denis Antipow gewidmet, der im Mai bei einem Gefecht mit russischen Truppen ums Leben kam.

Zu dem Erbe, das die ukrainischen Behörden auszumerzen suchen, gehören die russische Sprache, Straßennamen und Statuen, die an zahlreiche kulturelle und politische Persönlichkeiten erinnern. Denkmäler, die Puschkin gewidmet sind, wurden besonders ins Visier genommen, da der Dichter weithin als eine der Schlüsselfiguren bei der Entwicklung der modernen russischen Literatur und der Förderung der russischen Sprache gilt.

„Puschkin ist ein Symbol des russischen Imperialismus, die Verkörperung der ‚großen, mächtigen russischen Sprache‘, ein Kennzeichen der russischen Welt und Identität“, sagte Oleg Slabospitskij, Koordinator des öffentlichen Sektors der Bürgerinitiative Euromaidan. Er beschuldigte den Dichter, „Ukrainophobie“ und „Hass auf Ukrainer und Polen“ verbreitet zu haben.

Im September organisierte Slabospitskij eine Vandalismuskampagne gegen alle verbliebenen russischen und sowjetischen Denkmäler in Kiew, während die örtlichen Behörden eine Puschkin-Büste, die vor einer der Sporthallen der Stadt aufgestellt war, demontierten. Einige Wochen zuvor hatte eine Gruppe mutmaßlicher Neonazis eine andere Büste des Dichters in einer Kiewer U-Bahn-Station angegriffen und mit roter Farbe bespritzt.

Auch in mehreren anderen Städten der Ukraine wurden Puschkin-Statuen demoliert. Anfang dieses Jahres forderte eine öffentliche Petition, alle Puschkin-Straßen in der Ukraine mit dem Namen des amerikanischen Schriftstellers Stephen King umzubenennen. Sie konnte jedoch nicht genügend Unterschriften sammeln, um von den Behörden berücksichtigt zu werden.

Das ukrainische Bildungsministerium hat sich ebenso bemüht, jegliche Verbindung zur russischen Literatur aus den Lehrplänen des Landes zu tilgen. Der stellvertretende Bildungs- und Wissenschaftsminister Andrej Witrenko erklärte im Juni, dass „alles, was uns irgendwie mit dem Russischen Reich verbindet, gestrichen werden sollte.“ Seit dem 1. September, dem Tag des Wissens, der in einigen ehemaligen Sowjetrepubliken begangen wird, ist in einer Reihe von Schulen in der Ukraine die Verwendung des Russischen im Unterricht vollständig verboten. Selbst dort, wo es die vorherrschend gesprochene Sprache ist.

Die seit Jahren andauernde, häufig gewaltvolle ukrainische Entkommunisierungs-Kampagne bezeichnete der russische Präsident Wladimir Putin im Februar als sozusagen unabgeschlossen.

„Jetzt haben dankbare Nachfahren Lenin-Denkmäler in der Ukraine abgerissen. Das nennen sie Entkommunisierung. Wollen Sie die Entkommunisierung? Nun, das kommt uns ganz gelegen. Aber Sie dürfen nicht auf halbem Weg stehen bleiben. Wir sind bereit, Ihnen zu zeigen, was echte Entkommunisierung für die Ukraine bedeutet“, sagte Putin in seiner Ansprache an die Nation über die Lage im Südosten der Ukraine und erklärte, dass die moderne Ukraine vollständig vom bolschewistischen, kommunistischen Russland geschaffen worden sei.

Moskau hat die ukrainischen Behörden wiederholt für das kritisiert, was es als „gewaltsame Ukrainisierung und Entrussifizierung“ bezeichnet. Diese ziele darauf, die Rechte von etwa einem Viertel der Bevölkerung des Landes zu unterdrücken.

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