Weitere Handelssanktionen von Neuseeland gegen Russland betreffen Weinsektor

Als Reaktion auf die Eskalation des Konflikts in der Ukraine in dieser Woche hat Neuseeland am Dienstag neue Handelsbeschränkungen gegen Russland angekündigt. Dies gab die neuseeländische Außenministerin Nanaia Mahuta in einer Erklärung auf der Webseite der Regierung bekannt. Die restriktiven Maßnahmen sollen am 4. November in Kraft treten. Mahuta präzisierte ferner:

„Die Handelsmaßnahmen umfassen eine erhebliche Ausweitung des Spektrums an Exporten von strategischer Bedeutung, die nach Russland und Weißrussland verboten sind, sowie ein Verbot des Handels mit bestimmten Luxusgütern wie neuseeländischem Wein und Meeresfrüchten sowie russischem Wodka und Kaviar.“

Handelsbeschränkungen werden auch strategisch wichtige Produkte wie Öl, Gas und die dazugehörige Produktionsausrüstung betreffen. Darüber hinaus verhängte Neuseeland Sanktionen gegen rund 50 Geschäftsleute und 24 Beamte, die mit den an Russland angegliederten Gebieten in Verbindung stehen.

Nach Schätzungen des italienischen Branchenverbands Unione Italiana Vini soll Neuseeland im Jahr 2021 zu den zehn größten Weinimportländern Russlands gehört haben. Auch in diesem Jahr halte Neuseeland seine Stellung in Russland, obwohl die Lieferungen im Vergleich zum letzten Jahr um etwa 30 Prozent zurückgegangen seien, so Alexander Lipilin, Geschäftsführer des russischen Weinhandelsunternehmens Fort.

Es ist bisher unklar, ob Neuseeland ein vollständiges Verbot von Weinlieferungen nach Russland verhängen wird, wie es mit den USA und Australien bereits der Fall war, oder ob das Verbot nur teilweise gilt und nur Weine mit einem Preis über einem bestimmten Schwellenwert betrifft, wie es mit der EU der Fall war. Handelsexperten zufolge könnte Russland jedoch auch nach Inkrafttreten der Sanktionen noch in der Lage sein, neuseeländischen Wein zu erhalten, zum Beispiel über Drittländer. Ein Gesprächspartner von der Nachrichtenagentur RBK wörtlich:

„Der Wein wird in Neuseeland abgefüllt und dann an einen Zwischenhändler verkauft, für den kein Lieferverbot gilt, und dieser verkauft ihn nach Russland.“

Überdies würden einige der Weine unter neuseeländischen Marken in anderen Ländern abgefüllt – zum Beispiel in Südafrika – und könnten theoretisch von dort aus geliefert werden, so der Experte weiter. Sollte eine Liefervereinbarung aus irgendeinem Grund scheitern, könnten dann Weine aus etwa Italien, Russland, Afrika die neuseeländischen Weine ersetzen.

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