Affenpocken: Bundesstaat New York erklärt medizinischen Notstand aufgrund 1.573 bestätigter Fälle

Kathy Hochul, erste weibliche Gouverneurin des Bundesstaats New York, sah sich aufgrund von aktuell 1.573 Affenpockenfällen (englisch: Monkeypox) im Bundes-Stadtstaat New York gezwungen, am 30. Juli weitreichende Maßnahmen in die Wege zu leiten. Neben der offiziellen Mitteilung der Stadt New York teilte Hochul auf ihrem offiziellen Twitter-Account dazu mit:

„Ich rufe den Katastrophenzustand aus, um unsere laufenden Bemühungen zur Bekämpfung des Ausbruchs der Affenpocken zu verstärken.

Diese Anordnung ermöglicht es uns, schneller zu reagieren, und den Angehörigen der Gesundheitsberufe, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen werden, dass mehr New Yorker geimpft werden.“

I am declaring a State Disaster Emergency to strengthen our ongoing efforts to confront the monkeypox outbreak. This Executive Order enables us to respond more swiftly, and allows health care professionals to take additional steps that will help get more New Yorkers vaccinated.

— Governor Kathy Hochul (@GovKathyHochul) July 30, 2022

Der „Katastrophenfall“ sei unabdingbar, da zuvor „mehr als jeder vierte Fall von Affenpocken in diesem Land (USA)“ in New York bestätigt wurde, was sich „derzeit unverhältnismäßig stark auf Risikogruppen“ auswirke, so die Gouverneurin. Die jetzige Maßnahme würde damit die „laufenden Bemühungen zur Bekämpfung des Ausbruchs der Affenpocken verstärken“. New Yorks Bürgermeister Eric Adams und Gesundheitskommissar Ashwin Vasan ließen mitteilen:

„Diesem Ausbruch muss mit Dringlichkeit, Maßnahmen und Ressourcen begegnet werden, sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene, und diese Erklärung eines öffentlichen Gesundheitsnotstands spiegelt den Ernst der Lage wider.“

Die Möglichkeit einer dermaßen weitreichenden individuellen Verordnung wurde nur dadurch ermöglicht, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zuvor am 23. Juli das aktuell weltweit grassierende Affenpocken-Phänomen in mehr als 80 Ländern zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt hatte. Diese Verordnung wurde wiederum eingeleitet bei der vorliegenden Tatsache, dass neun WHO-Mitglieder sich gegen und lediglich sechs für die finale Erklärung aussprachen (unter anderem der Chef der WHO, Tedros Ghebreyesus).

Die WHO-Einstufung sollte „die Aufmerksamkeit der Mitgliedsländer erhöhen“, und hatte dabei keinerlei unmittelbare Konsequenzen zur Folge, außer der Möglichkeit, dass Regierungen bzw. die Politik damit zukünftig selbst über etwaige Maßnahmen entscheiden können, wie jetzt im Bundesstaat New York geschehen. Als erste unmittelbare Maßnahmen, bei 1.573 bestätigten Fällen (Stand: 1. August 2022), wurde von den Verantwortlichen in die Wege geleitet:

Sicherstellung von mehr Impfstoffen
Ausweitung der Testkapazitäten
Information der New Yorker Bürger, wie sie sich schützen können

Die nachgewiesenen Fälle im Bundesstaat New York betreffen zu 98 Prozent männliche Personen, wovon 64 Prozent in der Altersgruppe der 25 bis 39-Jährigen offiziell statistisch erhoben wurden. Hierbei zeigen die Zahlen, dass wiederum 74 Prozent homosexuelle und 15 Prozent bisexuelle Menschen betroffen sind. Von den restlichen zwei Prozent sind mit einem Prozent sogenannte Transgender, Gender Nonconforming und Non-Binary (TGNCNB) Personen genannt. Bei dem anderen Prozent wäre das Geschlecht „unbekannt“.

Laut Mitteilung der Gesundheitsbehörde New York Health sollten die Bürger der Stadt „zwar nicht beunruhigt sein, aber jeder sollte sich über Affenpocken informieren“. Dies bedeutete, „die Symptome zu kennen, zu wissen, wie sich die Krankheit ausbreitet und was zu tun ist, wenn man infiziert ist“. Bei einer Affenpocken-Infektion können Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten sowie Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen auftreten.

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