Türkei und Syrien führten im vergangenen Oktober auf Ministerialebene Gespräche — RT DE

12 Aug. 2022 16:11 Uhr

Das Gespräch auf dem Gipfel der Bewegung der Blockfreien Staaten in Belgrad war das erste hochrangige Treffen zwischen der Türkei und Syrien seit 2011. Als Reaktion auf die öffentliche Bekanntgabe dieses Treffens durch den türkischen Außenminister haben Islamisten in Idlib die türkische Flagge verbrannt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gab am Donnerstag bekannt, dass er sich während des Gipfeltreffens der Bewegung der Blockfreien Staaten in Serbien im vergangenen Oktober mit seinem syrischen Amtskollegen Faysal Mikdad getroffen und mit ihm über die Lage in Syrien gesprochen habe. Dies war das erste hochrangige Treffen zwischen der Türkei und Syrien seit Beginn des Syrien-Konflikts 2011.

Auf der 13. Botschafterkonferenz in Ankara betonte Çavuşoğlu die Notwendigkeit, sich mit der Regierung in Damaskus zu versöhnen, und sagte: „Wir müssen uns irgendwie mit der Opposition und dem Regime in Syrien arrangieren. Sonst wird es keinen dauerhaften Frieden geben.“

Mit dieser Aussage deutete Çavuşoğlu mögliche neue direkte Gespräche zwischen der Türkei und Syrien an.

„Es muss eine mächtige Regierung geben, um die Teilung Syriens zu verhindern, und es muss eine Regierung geben, die das gesamte Territorium des Landes kontrollieren kann. Dies kann nur durch Einheit erreicht werden“, fügte der türkische Spitzendiplomat hinzu. 

Çavuşoğlus Enthüllung kam für viele Syrer überraschend, da die Türkei seit 2011 islamistische Terrorgruppen in Syrien unterstützt und bislang drei militärische Invasionen in das Land geführt hat, um nach der Darstellung der türkischen Beamten kurdische Militante zu bekämpfen.

Offenbar fühlen sich nun syrische Islamisten vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan verraten. Nach der öffentlichen Bekanntgabe dieses Treffens zirkuliert in den sozialen Medien ein Video, in dem zu sehen ist, wie Islamisten in den von der Türkei besetzten syrischen Gebieten eine türkische Flagge verbrennen. 

Ankara hat kürzlich angekündigt, dass es bereit ist, Damaskus „politische Unterstützung“ anzubieten, wenn es dazu beiträgt, sich dem türkischen Ziel anzuschließen, die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und die Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Nordsyrien zu vertreiben. Zugleich machen Berichte die Runde, dass Erdoğan plant, in naher Zukunft mit Präsident Assad zu telefonieren. Putin soll Anfang August in Sotschi dem türkischen Regierungschef vorgeschlagen haben, eine Vermittlerrolle zwischen Türkei und Syrien einzunehmen. 

Erdoğan liebäugelt zugleich längst mit einer vierten Invasion der türkischen Armee in Nordsyrien. Russland sprach sich ausdrücklich gegen einen türkischen Einmarsch in Nordsyrien aus. Moskau hatte Anfang Juli als Warnung an die Türkei die Fortsetzung der UN-Hilfen durch den Grenzübergang Bab al-Hawa – über den Damaskus keine Kontrolle hat – nur für sechs Monate verlängert. Der syrische Präsident Baschar al-Assad und andere hochrangige Beamte haben mehrfach erklärt, dass Damaskus mit allen legitimen Mitteln gegen die neue türkische Invasion in Syrien reagieren wird.

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