UNO-Hilfslieferungen für ukrainische Flüchtlinge – aber nicht, wenn sie Russisch sprechen — RT DE

Bedingte Solidarität – ein Videoclip, der einen Einblick in die lokale Seelenlage verschafft: Im westukrainischen Lwow werden Hilfspakete aus Spenden der UNO an ukrainische Binnenflüchtlinge nur dann abgegeben, wenn sie Ukrainisch sprechen.

Der ukrainische Journalist, Blogger, Oppositionspolitiker und Emigrant Anatolij Scharij hat gestern per Twitter ein kurzes Video veröffentlicht, das eine Szene an einer Ausgabestelle für Hilfsgüter im westukrainischen Lwow zeigen soll. An sich nichts Besonderes, könnte man meinen. Denn in der Ukraine geht die Zahl der Binnenflüchtlinge in die Hunderttausende und es gibt viele solcher Versorgungseinrichtungen.

Da kann es leicht vorkommen, dass bei der Ausgabe von humanitärer Hilfe ein Durcheinander entsteht, auch Gedrängel, vielleicht Missgunst oder andere unschöne Seiten der menschlichen Natur zutage treten, wenn die Not groß ist. Doch hier liegt der Fall offensichtlich anders.

Ort der Handlung und handelnde Personen

Zu sehen ist ein Lagerraum, verdeckt durch einen Vorhang, und ein langer Tisch, quasi als Ladentheke, im Freien.

In dem knapp zweiminütigen Clip treten auf: Ein Bediensteter der Ausgabestelle als Hauptperson, offenkundig noch jüngeren bis mittleren Alters, mit Sonnenbrille. Auf ihn ist die Kamera fast ausschließlich gerichtet. Außerdem ein ebenfalls dort beschäftigter Kollege sowie, nur kurz im Bild, ein Polizist, schließlich bei einem Kameraschwenk ein Teil der Warteschlange.

Zu hören sind der Angestellte und aus dem Off etwa vier Bittstellerinnen, außerdem noch viele weitere Stimmen im Hintergrund. Die ganze Zeit wird laut und sehr erregt gesprochen, wie es eben für Auseinandersetzungen typisch ist. Die Szene macht den Eindruck, dass nicht von Anfang an, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt des Wortgefechts mit der Aufnahme begonnen wurde, als der Streit sich sozusagen seinem Höhepunkt näherte.

Die Frauen sprechen fast durchgehend Russisch, der Angestellte spricht Ukrainisch. Hier folgen einige Wortfetzen aus dem Dialog der Flüchtlingsfrauen – die Zuordnung mag durcheinander gehen – mit dem Lageristen:

Frau 1: „Behandeln Sie die Leute nicht so flegelhaft!“

Angestellter (auf Russisch): „Ich behandele Sie nicht frech!“

Frau 1: „Sie haben gesagt, dass Sie uns nicht verstehen.“

Angestellter (nun nur noch auf Ukrainisch): „Ja, ich verstehe Sie nicht.“

(Durcheinandersprechen)

Angestellter: „Auf Ukrainisch, bitte!“

Frau 2: „Sagen Sie doch, was es gibt, indem Sie mit dem Finger darauf zeigen. Was müssen wir machen?“

(wildes Durcheinanderreden)

Frau 3: „Ich schicke es Selenskij persönlich, ich habe viele Infos …“

Angestellter: „Bitte, dann machen Sie das doch …“

(wildes Durcheinander)

Frau 4: „Sagen Sie, warum ist bei uns um vier Uhr morgens eine Bombe eingeschlagen und nicht bei Ihnen?“

Frau 2: „Wir haben unsere Wohnungen verloren!“

Frau 1: „Sie haben die Sachen doch nicht von Ihrem eigenen Geld gekauft, das sind doch Hilfsgüter der UNO! Wir kommen doch nicht aus dem Ausland!“

Frau 3: „Trotzdem hat er sich gleich verkrochen, der fürchtet sich!“

Frau 2: „Entschuldigen Sie sich für Ihr Verhalten!“

Angestellter: „Ich verstehe Sie nicht, entschuldigen Sie.“

Frau 3: „So, Sie verstehen uns etwa nicht?“

(Durcheinander)

Frau 2: „Sagen Sie: Warum zwingen Sie mich, Ukrainisch zu sprechen? … Wer wurde als Erstes bombardiert, etwa die Ukrainischsprachigen?“

Frau 4: „Wir haben doch unsere Wohnungen verloren!“

(Durcheinander)

Frau 2: „Der war doch gar nicht beim Militär.“

Frau 1: „Zeigen Sie uns das Gesetz (dass man nicht Russisch sprechen darf)!“

(Angestellter gestikuliert ordinär.)

Frau 2 (wohl zum Polizisten): „Sehen Sie, wie er sich benimmt und was er für Zeichen macht?!“

Frau 3 (Ukrainisch/Russisch gemischt): „Und warum darf man das nicht (auf Russisch reden)?“

An dieser Stelle bricht der Clip ab. Der offensichtlich nicht nur überforderte Angestellte, der die ganze Zeit überheblich und nervös zwischen Tresen und Lager hin und her gelaufen ist, hat seine Sonnenbrille wieder aufgesetzt – und den Abstand wiederhergestellt.

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