„Direkte Kapitalerhöhung“ für Uniper im Gespräch – Bund könnte Mehrheit im Energiekonzern übernehmen — RT DE

14 Sep. 2022 16:56 Uhr

Deutschlands wichtigster Gasimporteur steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen muss Gas liefern, doch derzeit sind die Lieferungen aus Russland unterbrochen und die Preise auf dem Markt explodiert. Bereits jetzt erhält Uniper staatliche Hilfe – und verhandelt über mehr.

Der Gasimporteur Uniper ist finanziell angeschlagen. Wegen des rasanten Anstiegs der Gaspreise auf dem Markt sah sich der Konzern aus Düsseldorf dazu genötigt, Kredite in Milliardenhöhe von der staatlichen KfW-Bank in Anspruch zu nehmen. Schon vor mehreren Tagen berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider, dass das Unternehmen wohl noch weitere Unterstützung des Staates benötigen könnte.

Nun teilte Uniper mit, dass man über weitere Hilfen mit dem Bund im Gespräch sei. Aufgrund der gestiegenen Unsicherheiten prüften die Beteiligten – deutsche Bundesregierung, Fortum und Uniper – unter anderem „eine direkte Kapitalerhöhung, die zu einer signifikanten Mehrheitsbeteiligung des Bundes an Uniper führen würde“, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens von Mittwoch. Es seien aber noch keine Entscheidungen über das geltende Stabilisierungspaket hinaus getroffen worden.

Im Juli hatte man sich auf Stabilisierungsmaßnahmen für den wichtigsten Gasimporteur Deutschlands geeinigt, da Uniper im Zuge der Gaskrise horrende Verluste anmeldete. So hatte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach kürzlich gesagt, dass das Unternehmen seit Mitte Juni täglich ein Minus von über 60 Millionen Euro mache. Zeitweise würden die Verluste gar bei 100 Millionen Euro pro Tag liegen.

Die Ursache liege in den fehlenden Gas-Lieferungen aus Russland. Um weiterhin den Lieferverpflichtungen gegenüber den Kunden nachkommen zu können, müsse das Unternehmen das ausbleibende russische Gas durch Einkäufe auf dem Markt ersetzen. Die Preise seien aber in den vergangenen Monaten extrem gestiegen. Wie es nun in der Mitteilung des Unternehmens weiter heißt, hätten sich „seit Juli die finanziellen Verluste von Uniper aufgrund der höheren Gasbeschaffungskosten deutlich erhöht“.

Im Juli hatten sich die Bundesregierung, Uniper sowie dessen finnische Mutter Fortum auf ein milliardenschweres Rettungspaket geeinigt, das auch den Einstieg des Bundes mit 30 Prozent vorsieht. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa hätte Fortum, das bisher etwa drei Viertel der Uniper-Anteile hält, zuletzt auch Gespräche über mögliche Finanzhilfen mit der Regierung in Helsinki geführt. Jene sei mit mehr als 50 Prozent an dem finnischen Konzern beteiligt.

Der Vorsitzende des Uniper-Konzernbetriebsrats, Harald Seegatz, würde es begrüßen, wenn die Bundesregierung tatsächlich mit einer Mehrheit einsteigen würde: „Das wäre der richtige Schritt, um das Unternehmen zu stabilisieren“, sagte er der Zeitung Rheinische Post.

Uniper sei mit seinen rund 5.000 Beschäftigten allein in Deutschland für die Energieversorgung systemrelevant und benötige dauerhafte Unterstützung. „Deutschland braucht Uniper, und Uniper braucht den Staat.“ Arbeitnehmervertreter hatten bereits in einem Schreiben an die Bundesregierung um eine Mehrheitsübernahme gebeten.

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