Monatliche Einkünfte von 3.600 Euro reichen nicht mehr — RT DE

17 Sep. 2022 06:15 Uhr

Vielen deutschen Haushalten fällt es angesichts steigender Preise schwer, weiterhin über die Runden zu kommen. Selbst ein Netto-Haushaltseinkommen von 3.600 Euro wird bald nicht mehr ausreichen, warnt Sparkassenpräsident Helmut Schleweis.

Zuerst die Corona-Pandemie, dann der Ukraine-Krieg: Europa wird von einer Krise nach der anderen heimgesucht. Und ein Ende dieser scheinbaren Endlosschleife ist vorerst offenbar auch nicht in Sicht. In Form einer drohenden Rezession lauert am Horizont bereits die nächste Gewitterwolke, die selbst dem genügsamsten Gemüt vermutlich noch den letzten Nerv rauben wird. So steigen zwar die Alltagsausgaben, aber auf dem Konto ist trotzdem nicht mehr Geld. Viele des einstigen Mittelstands hat das nach Berechnungen der Sparkassen nun an die Schwelle der Armut gerückt. 

Allein zur Deckung der Lebenshaltungskosten müssten 60 Prozent der deutschen Haushalte derzeit bereits ihre gesamten monatlichen Einkünfte samt Ersparnissen aufwenden, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Nach Berechnungen des Verbands bleibe bei Zwei-Personen-Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 3.600 Euro am Monatsende derzeit immer häufiger kein Geld mehr übrig. 

„Da sich in den letzten Wochen zum Teil noch stärkere Preiserhöhungen ergeben haben, befürchten wir, dass sich die Situation auch noch verschärfen könnte“, erklärte DSGV-Sprecher Alexander Hartberg auf Anfrage der Regionalzeitung Nordbayern. Die Forderung, die Politik müsse Menschen mit geringen und mittleren Einkommen entlasten, werde daher immer lauter. Auch Schleweis rät der Bundesregierung dringend dazu, diese Einkommensgruppen bei den geplanten Entlastungspaketen zu berücksichtigen. „Ich empfehle auch, die Einkommen von rund 2.000 bis 3.600 Euro monatlich nicht zu vergessen.“

Ansonsten drohe ein zurückhaltendes Konsumverhalten, das sich schließlich negativ auf den Einzelhandel und die Wirtschaft auswirken könne. Denn für die hiesige Wirtschaft sei die Mittelschicht ein enorm wichtiger Faktor, hieß es bei der Präsentation der DSGV-Studie weiter. So könnten nicht nur Privathaushalte, sondern auch Firmen an ihre existenziellen Grenzen geraten. Angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage sprach sich der Verband dafür aus, die Strom- und Gaspreise zu begrenzen. Haushalten rät er zudem, in erneuerbare Energien zu investieren.

Zwar ist die Gefahr, aus der unteren Mittelschicht in die Armutsgefährdung abzurutschen, in Deutschland heute größer als etwa die Chance, in die mittlere Mittelschicht aufzusteigen. Von einer Finanzkrise sei Deutschland dennoch weiterhin noch weit entfernt. „Wir sehen im Moment noch keine Krisensignale“, sagte Schleweis mit Blick auf die Auswertung der Bilanzen von mehr als 300.000 Firmenkunden. Gleichzeitig gestand er jedoch ein:

„Vor uns allen liegen anstrengende und in Teilen auch entbehrungsreiche Jahre.“

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