Schwere Kämpfe um Krasny Liman – Stadt im Halbkessel, Verstärkung beiderseits unterwegs — RT DE

30 Sep. 2022 14:13 Uhr

Am Charkower Frontabschnitt in der Ukraine wüten schwere Gefechte um Krasny Liman. Dort wirft Kiew immer mehr Truppen in den Kampf, im Versuch, die Verteidiger mit schierer Masse zu erdrücken. Diese fügen dem Gegner schwere Verluste zu, mussten aber mehrere Ortschaften räumen.

Die seit drei Wochen von ukrainischen Truppen belagerte Stadt Krasny Liman wurde nun in einem Halbkessel eingeschlossen. Ukrainische Soldaten beschießen zudem die Straße nach Swatowo, das ein wichtiger logistischer Knotenpunkt der prorussischen Verbündeten ist. Allerdings haben die ukrainischen Truppen die Stadt nicht unter ihrer Kontrolle, meldet das Oberhaupt der Volksrepublik Donezk Denis Puschilin. In Krasny Liman ist die Lage kontrollierbar, aber gefährlich.

Die Verteidigungslinie im nordwestlich gelegenen Drobyschewo wurde durchbrochen, und die russischen Streitkräfte sind dabei, sich ebenso dringend wie wohlgeordnet nach Krasny Liman zurückzuziehen, melden mehrere russische Militärkorrespondenten. 

Kiews Truppen dringen zudem immer wieder auf die Straßen nach Stawki und Torskoje vor, wo sie von Panzern und Artillerie russischer Einheiten wieder zurückgeschlagen werden. Puschilin wörtlich:

„Freunde, die Nachrichten über Krasny Liman sind alarmierend. Ukrainische bewaffnete Formierungen versuchen alles, um uns das anstehende historische Ereignis bitter zu machen. Im Moment ist Krasny Liman in einem Halbkessel, die Straße von Swatowo ist unter unserer Kontrolle, wird aber regelmäßig beschossen. Konstante Aktivitäten von Aufklärungs- und Sabotagegruppen.“

„Unsere Leute kämpfen, Reserven werden herangezogen, wir müssen durchhalten. Doch auch der Gegner hat ernst zu nehmende Kräfte in den Kampf geworfen. Die Nachrichten sind sehr unangenehm, aber wir müssen die Situation nüchtern betrachten und aus unseren Fehlern lernen. Wir werden mit allem fertig.“

Auch der Kriegsberichterstatter Jewgeni Poddubny erklärt die schieren Truppenmassen, die Kiew an diesem Unterabschnitt der Front in den Kampf wirft, mit politischer Motivation:

„Am angespanntesten ist die Lage derzeit in der Umgebung von Krasny Liman. Den Aktionen an der Front nach zu urteilen, hat der Generalstab des Kiewer Regimes den Auftrag, Krasny Liman zu blockieren und diese Ortschaft in der DVR noch am Tag der Wiedervereinigung des Donbass und Teilen Noworossijas mit Russland einzunehmen. Zu diesem Zweck setzt der Feind große Truppenverbände, mechanisierte Einheiten und Unterstützung durch westliche Präzisionsartillerie ein. Wie immer sind westliche Nachrichtendienste an Aktionen an den wichtigsten Stoßrichtungen beteiligt. Kiews Truppenkontrollsystem wird von westlichen Militärberatern organisiert.“

„Das Vorgehen des Kiewer Regimes ist zu erwarten und politisch motiviert. Der Feind versucht, eine maximale Wirkung an der Front zu erzielen, bevor unsere Reserven eintreffen.“

„Die Männer, die in und um Liman kämpfen, sind Helden.“

Poddubnys Daten zufolge hat Kiew „sogar große Kräfte aus der Verteidigungslinie bei Sewersk abgezogen, um sie als Reserven in die Operation Liman einzubinden“.

Dies bestätigt auch der Kriegsberichterstatter Semjon Pegow, bekannt durch sein Projekt WarGonzo. Genau genommen seien diese größtenteils aus Panzerfahrzeugen bestehenden Kräfte von Sewersk zum bereits eingenommenen Jampol unterwegs, um die Einkesselung abzuschließen.

Zudem wurden Aufklärungspatrouillen des Kiewer Regimes nahe der Straße gesichtet. Besagter Teilabzug scheint allerdings nicht die Artillerie einzuschließen. Aus der Umgebung von Sewersk werde die Straße weiter östlich zwischen Kremennaja und Torskoje beschossen, über die die prorussische Gruppierung im Halbkessel Krasny Liman versorgt wird.

Poddubny beschreibt die äußerst kritische Lage:

„Unsere Truppen haben Drobyschewo und Jampol verlassen. Die Verteidigungslinien wurden entlang der Linie der Dämme errichtet. Die russischen Streitkräfte kontrollieren immer noch Krasny Liman und Stawki, Saretschnoje sowie Torskoje.“

„Die Situation ist schwierig.“

Bei Stawki wurde der Vormarsch der ukrainischen Truppen bereits zum Stillstand gebracht. Dort und an den Stadträndern des verlassenen Jampol werden sie von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen.

An Reserven habe Russland bereits das Motorisierte Schützenregiment der 503. Garde (19. Motorisierte Schützendivision der 58. Armee) zu Krasny Liman verlegt. Dessen Soldaten ist die Verteidigung bei der strategisch wichtigen Ortschaft Stawki zu verdanken, betont der Militäranalyst Michail Onufrijenko, ein Freund und Mitstreiter von Juri Podoljaka.

Klar ist aber auch, dass eine Verlegung weiterer Reserven notwendig ist. Onufrijenko schätzt das Kontingent der russischen Verbündeten um Krasny Liman auf 4.000 bis 5.000 Mann und das Aufgebot des Gegners allein in der unmittelbaren Umgebung der Stadt auf etwa 12.000 Mann. Der Autor des militäranalytischen Kanals Juschny Weter schätzt das ukrainische Aufgebot am gesamten Frontabschnitt Krasny Liman derweil auf ein ganzes Armeekorps:

„Nach der Karte zu urteilen, rücken auf Krasny Liman ukrainische Einheiten aus den Reihen der 4. und 17. Panzerbrigaden, der 25. Luftlandebrigade, der 80. Luftlande-Sturmbrigade und der 66. mechanisierten Brigade vor. Mindestens. Dann noch bis zu einer ganzen Landwehrbrigade, um sich auf den eingenommenen Territorien zu befestigen.“

„Und damit droht den russischen Truppen die Einkesselung durch eine Gruppierung von nicht weniger als 20.000 Mann – praktisch ein Armeekorps.“

Der ukrainische Telegram-Kanal Resident, der häufig mit Insiderinformationen aus Wladimir Selenskijs Präsidialbüro Aufsehen erregt, spricht von 40.000 Mann Personal und über 400 Fahrzeugen – nebst Landwehrbrigaden.

Der Lage ungeachtet bleibt DVR-Oberhaupt Puschilin zuversichtlich, dass es bald einen Durchbruch zugunsten der verbündeten Kräfte geben werde. Weitere Reserven seien unterwegs.

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