Preisanstieg bei Agrarprodukten beschleunigt sich — RT DE

Inflation in Deutschland auf höchstem Stand seit 70 Jahren

Erstmals seit den Nachkriegsjahren hat die Inflation in Deutschland wieder die Marke von 10 Prozent erreicht. Damit bestätigte das Statistische Bundesamt am Donnerstag seine erste Schätzung, die Ende September bekannt gegeben worden waren. Das letzte Mal, als die Teuerungsrate über zehn Prozent lag, war im Herbst 1951. Damals belief sich der Wert auf 11 Prozent. Im August 2022 hatte die Inflation noch bei 7,9 Prozent gelegen.

Mit den Daten für September dürfte nun auch feststehen, dass die Inflationsrate für das gesamte Jahr den höchsten Stand in der Geschichte der BRD erreichen wird. Der bisherige Höchstwert, ebenfalls aus dem Jahr 1951, hatte 7,6 Prozent betragen. Georg Thiel, der Präsident des Statistischen Bundesamtes, sagte:

„Hauptursachen für die hohe Inflation sind nach wie vor enorme Preiserhöhungen bei den Energieprodukten. Aber wir beobachten zunehmend auch Preisanstiege bei vielen anderen Gütern, besonders bei den Nahrungsmitteln.“

Für Energie mussten Verbraucher im September 43,9 Prozent mehr zahlen als noch vor einem Jahr. Die Preise für Heizöl haben sich mehr als verdoppelt (plus 108,4 Prozent), Erdgas verteuerte sich um 95,1 Prozent. Die Strompreise stiegen mittlerweile um 21 Prozent. Lebensmittel verteuerten sich innerhalb eines Jahres um 18,7 Prozent.

Um Verbraucher und Unternehmen angesichts der steigenden Energiepreise zu entlasten, hatte die Bundesregierung einen Abwehrschirm von bis zu 200 Milliarden Euro angekündigt. Davon soll auch die geplante Gaspreisbremse finanziert werden. Laut Bundeswirtschaftsministerium soll dies die Preise im kommenden Jahr dämpfen. Die Bundesregierung geht aber dennoch von einer Inflationsrate von durchschnittlich 8,0 Prozent im laufenden Jahr und von 7,0 Prozent im kommenden Jahr aus.



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